Beispielhäuser
Entdecken Sie Steckbriefe zu abgeschlossenen Bau- und Sanierungsprojekten aus dem Landkreis Osnabrück. Eigentümerinnen und Eigentümer schildern darin ihre tatsächlichen Kosten, die wichtigsten umgesetzten Maßnahmen sowie Dauer und Abläufe – ergänzt durch persönliche Fazits und Alltagseindrücke.
Vorher-/Nachher-Fotos dokumentieren den Verlauf der individuellen Projekte und veranschaulichen die Endergebnisse. Aus Sicht der Eigentümerinnen und Eigentümer zeigen die Erfahrungsberichte, wie Bau- und Sanierungsprojekte in der Praxis tatsächlich ablaufen. Sie machen typische Herausforderungen sichtbar, helfen bei der realistischen Einschätzung von Aufwand und Kosten und unterstützen dabei, das eigene Projekt gut vorbereitet anzugehen.
Haustyp
- Zweifamilienhaus
Baujahr
- 2023
KfW-Effizienzhausstandard
- KfW-Effizienzhaus 40 Plus
Gebäudenutzfläche (m²)
- Ca. 228 m²
Wohnfläche (m²)
- 185,69 m²
Dauer des Baus
- Der Bau hat ca. 18 Monate gedauert. Wenn der Abriss des alten Hauses und die Außenarbeiten dazugezählt werden, sind es insgesamt 2,5 Jahre.
Heizsystem
- Eine Luft- Wärmepumpe mit einer Leistung von 4,97 Kilowatt (kW) (0,25 Mega-Pascal (MPa)) plus 200 Liter Warmwasserspeicher sind installiert worden.
Nutzung von Erneuerbaren Energien
- PV-Anlage mit einer Leistung von 11,34 Kilowatt-Peak (kWp) und ein Speicher mit einer Kapazität von 10 Kilowattstunden (kWh) wurden installiert.
Kosten
Nachfolgende Kosten konnten benannt werden:
- PV-Anlage: 31.650,00 €
- Wärmepumpe mit sämtlichen Geräten und Anschlüssen: 40.268,00 €
- Fenster (3-Fach-Verglasung): 22.945,00 €
Fördermittel
Außer die 19% Rückerstattung für die PV-Anlage gab es keine Fördermittel.
Umgesetzte Maßnahmen im Detail
Für die Dämmung wurden 20 cm Dämmplatten der Firma „Sto“ verbaut und verklebt und anschließend verputzt.
In den Wohnungen ist Fußbodenheizung installiert worden. In jedem Raum besteht die Möglichkeit, die Raumtemperatur einzeln per Funk zu steuern.
Um den gesamten Tag von der Solarenergie profitieren zu können, habe ich ein Walmdach installieren lassen. Außer auf der Nordseite ist auf den anderen Himmelsrichtungen Photovoltaik verbaut. So wird von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang Strom produziert und gespeichert.
Im Carport ist für jede Wohnung eine Wallbox vorhanden.
Im Haus und an den Außenanlagen sind LED-Beleuchtungen angebracht worden.
Der Blower-Door-Test hat ergeben, dass das Haus bessere Werte als ein Passiv-Haus hat. Bedeutet: es ist absolut dicht! Keine Wärme kann nach außen dringen, keine Kälte ins Haus kommen.
Anmerkung: Zur Straßenseite sind die Fenster etwas dicker, um den Schall von der Bundesstraße zu brechen. Dadurch bekommt man in den entsprechenden Räumen wenig vom Verkehr mit.
Was würde ich anders machen
- Das Projekt sollte schlüsselfertig gebaut werden, da ich als Eigentümer mit dem Bau möglichst wenig Arbeit haben wollte. Das Prinzip des schlüsselfertigen Bauens ist völlig in Ordnung, da nach dem Vertragsabschluss die Firmen an die Preise gebunden sind und man nicht von schwankenden Baustoffpreisen betroffen ist. Während der Bauphase wurden kleiner Veränderungen vorgenommen, die in der Ursprungsplanung nicht enthalten waren. Steckdosen oder Leitungen an sinnvollen Punkten im Haus wurden ergänzt, die Ausstattung des Badezimmers wurde angepasst und sinnvolle Ideen des Malers wurden zusätzlich umgesetzt. Somit entstanden Mehrkosten, sodass ich, wenn ich erneut bauen würde, die Bauleitplanung und Vergabe der Aufträge an die einzelnen Gewerke selbst übernehmen würde.
Herausforderungen im gesamten Prozess
- Als herausfordernd stellte sich die Kommunikation und geringe Anwesenheit des Bauleiters heraus, was dazu führte, dass ich bei Rückfragen der einzelnen Gewerke selbst zum Ansprechpartner wurde. Der Bauprozess erforderte einige Unterbrechungen und Probleme traten auf. Eine Spundwand wurde nicht gesetzt, eine gemauerte Wand, die nicht abgestützt wurde, fiel bei einem Sturm um und der Keller lief mit Regenwasser voll, da die Anschlüsse in den Sichtschächten nicht vorhanden waren. Viele Ereignisse, die sicher zur Seltenheit zählen, jedoch aufgetreten sind.
Persönliches Fazit
- Da es bei meinem persönlichen Bauprojekt leider nicht immer reibungslos verlief, würde ich nicht nochmal ein Haus neu bauen. Stattdessen würde ich es vorziehen, eine Bestandsimmobilie zu kaufen und diese zu sanieren.
Haustyp:
- Zweifamilienhaus
Baujahr:
- 1946 Wiederaufbau nach Zerstörung durch einen Bombenangriff im 2. Weltkrieg
KfW-Effizienzhausstandard
- KfW-Effizienzhausstandard 55
Wohnfläche (m²):
- 305 m²
Sanierungszeitraum:
- 2022-2023
Heizsystem:
- Luftwärmepumpe von Wolf, 2 Kaskaden mit jeweils 10 Kilowatt (kW)
Nutzung von Erneuerbaren Energien
- PV-Anlage mit einer Leistung von 24,99 Kilowatt-Peak (kWp) und ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von 9,80 Kilowattstunden (kWh) wurden verbaut.
Fördermittel:
- Nur die KFW-Förderung für zwei Wohneinheiten wurde in Anspruch genommen.
Ausgangslage:
- Die Eigentümerin hat das Gebäude geerbt. Die Entscheidung für die Nutzung von erneuerbaren Energien und die Umsetzung einer energetischen Sanierung entstand durch die „Russland-Gas-Situation“.
Umgesetzte Maßnahmen im Detail:
- Das Landhaus in der Gemeinde Ostercappeln wurde von einem Architekten und Energieberater mitgestaltet und während des gesamten Sanierungsprozesses begleitet. Der Familie war es besonders wichtig, dass der Charakter des Gebäudes erhalten blieb und es sich damit passend in die Umgebung einfügt. Dies findet sich an vielen Stellen des fertig gestellten Gebäudes wieder. So wurde darauf geachtet, dass alte Balken oder Deckenbalken erhalten blieben und sichtbar in das fertige Konzept integriert wurden. Eins von vielen Beispielen, welches das Zusammenspiel von historischem Charme und moderner Sanierung unterstreicht. Die Wärmepumpe kann in Spitzenlasten im Winter durch einen Holz-Kamin im Wohnbereich unterstützt werden.
Auswirkungen im Alltag:
- Durch die Sanierungsmaßnahmen ist ein besseres Wohngefühl durch mehr Licht und Wärme (Fußbodenheizung) spürbar. Die Unabhängigkeit vom Energiemarkt wirkt sich ebenfalls positiv aus.
Was würden wir anders machen
- Wir würden trotz Begleitung durch Architekten im Vorfeld eine Zweitmeinung durch andere Handwerker einholen, um bei verschiedenen kostspieligen Gewerken möglicherweise eine andere Wahl zu treffen. In unserem Fall betraf es die Arbeiten des Elektro- und Sanitärbereichs.
Herausforderungen im gesamten Prozess
- Handwerker (hinsichtlich Verfügbarkeit, Kosten und Beratung) insbesondere im Haustechnikbereich (Heizung- und Stromeinrichtungen)
- Budgetplanung bei unvorhersehbaren Sanierungsherausforderungen
Persönliches Fazit:
- Wir würden das Haus jederzeit wieder so sanieren, wie wir es jetzt getan haben. In der „neuen alten Umgebung“ fühlen wir uns sehr wohl. Rückblickend würden wir bestimmte, sehr schnell im Vertrauen auf die Bauleitung und Handwerker getroffene Entscheidungen, lieber noch einmal überdenken und möglicherweise externe Meinungen einholen. Trotzdem haben wir dadurch wertvolle Erfahrungen gesammelt und das Sanierungsprojekt ist insgesamt sehr gelungen.
Haustyp:
- Einfamilienhaus
Baujahr:
- 1965
KfW-Effizienzhausstandard
- KfW-Effizienzhausstandard 70 Erneuerbare-Energien-Klasse (EE)
Gebäudenutzfläche:
- 280 m²
Wohnfläche (m²):
- 200 m²
Sanierungszeitraum:
- 2022-2023
Heizsystem:
- Es wurde eine Luft-Wasser-Wärmepumpe der Marke Buderus „WLW196i-11 AR TP120“ inkl. 290 Liter Warmwasserspeicher und 120 Liter Pufferspeicher mit Heizstab verbaut. Mit der Hinzunahme des Heizstabs kommt die Wärmepumpe auf 11 Kilowatt (kW) Heizleistung. Momentan läuft das System mit einer Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,7.
Nutzung von Erneuerbaren Energien:
- PV-Anlage mit einer Leistung von 9,5 Kilowatt-Peak (kWp) und ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von 12 Kilowattstunden (kWh) wurden verbaut.
Kosten:
- Die Kosten für die reine Sanierung lassen sich leider nicht genau aufschlüsseln, da in den Arbeiten auch der 65 m² Anbau enthalten ist.
Fördermittel:
- Inanspruchnahme der Programme KfW 124 (KfW-Wohneigentumsprogramm, 100.000 € vergünstigter Kredit) und KfW 261 (KfW Bundesförderung für effiziente Gebäude, 150.000 € vergünstigter Kredit + 60.500 € Tilgungszuschuss für KfW 70 EE-Standard).
Ausgangslage:
- Wir suchten ein Gebäude in der Nähe der Großeltern unserer Kinder. Wir waren daher froh, das Gebäude aus der unmittelbaren Nachbarschaft übernehmen zu können. Schnell wurde jedoch deutlich, dass der energetische und optische Zustand zu einer Kernsanierung führen würde. Das Gebäude war von der Bausubstanz „ok“ (z.B. Keller einigermaßen trocken), entsprach energetisch aber nicht unseren Vorstellungen (Nachtspeicheröfen, wenig Dämmung). Daher ergab es sich, dass wir das Haus direkt „in einem Abwasch“ Kernsanieren und nicht über die Jahre Einzelmaßnahmen umsetzen wollten, um nicht auf einer Dauerbaustelle zu wohnen.
Umgesetzte Maßnahmen im Detail:
- Bei der Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen stand im Vordergrund, dass der Charakter des Gebäudes erhalten bleiben sollte. Neben den eigenen Ideen der Familie wurden bei dem gesamten Prozess der Sanierung auf die Expertise eines Architekten und Energieberaters zurückgegriffen. Im gesamten Gebäude lassen sich über Smarthome-Systeme viele Funktionen steuern. Von der Temperatur in den einzelnen Räumen bis zur Beleuchtung. Ein digitaler Mehrwert, der sich auch in Einsparungen bei Energiekosten bemerkbar macht. In naher Zukunft soll der neu geschaffene Anbau noch begrünt werden, um auch hier von den zahlreichen Vorteilen profitieren zu können.
- Dämmung:
Anbau Wand: Mineralwolle Wärmeleitgruppe (WLG) 035 160 mm + 40 mm XPS: U-Wert 0,188
Anbau Dach: Mineralwolle 100 mm + 80 mm PUR: U-Wert: 0,137
Bestand Wand: Bestandsmauerwerk + 14 cm XPS
Bestand Dach: 240 mm Mineralwolle: U Wert: 0,139
Fester: U-Wert 0,89 - Das Haus wurde mit einer KNX-Busverkabelung ausgestattet. Dank der umfangreichen Eigenleistung lagen die Gesamtkosten nur wenig über denen einer konventionellen Installation durch eine Elektrofirma.
Vorteile:- Eine Datensammlung von Stromverbräuchen und Erzeugung (PV-Anlage, Wallbox, Speicher), Temperaturen (Raumtemperaturen, Vorlauftemperatur, Speichertemperatur, Außentemperatur) und Luftfeuchtigkeit. Die Sammlung und grafische Aufarbeitung der Daten lässt eine weitere energetische Optimierung zu. Dies können beispielsweise das Nutzen variabler und dynamischer Stromtarife sein, bei dem das Auto geladen werden kann, wenn der Strom günstig ist. Des Weiteren werden Probleme schnell sichtbar (Beispiel Luftfeuchtigkeit).
- Komfortgewinn durch einfache Automatisierungsmöglichkeiten: Die Raffstores nach Sonnenstand fahren (inkl. Lammelenverstellung), die Rollos nach Helligkeit oder Uhrzeit fahren, mit dem Handy oder Smartspeaker die Lampen steuern.
Auswirkungen im Alltag:
Wir haben in dem Haus nicht im unsanierten Zustand gewohnt, daher kann ich es nicht beurteilen. Vorher haben wir in einer Neubausiedlung in einer Wohnung mit Effizienzstandard A+ gewohnt. Vom Wohnklima und Komfort ist unser saniertes Haus auf jeden Fall vergleichbar.
Was würden wir anders machen
- Einen größeren finanziellen Puffer einplanen.
- Stärker schon während der Rohbauphase kontrollieren, wie Arbeiten ausgeführt werden, da Fehler, die hier passieren, später nicht mehr zu korrigieren sind.
- Keine Anzahlungen tätigen, die nicht zum Baufortschritt passen.
Herausforderungen im gesamten Prozess
- Hauptsächlich die starken Kostensteigerungen zwischen Kreditaufnahme und Baustart haben bei uns zu einigen Kopfschmerzen und Umplanungen geführt. Anfangs hatten wir vor, auch die XPS-Dämmung nachhaltiger auszuführen, durch die immensen Kostensteigerungen nach Beginn des Ukraine Krieges haben wir hier leider Abstriche machen müssen.
- Termintreue: Der Maurer war mehrere Wochen krank, wodurch die Fenster nicht bestellt werden konnten, was im Endeffekt zu mehreren Wochen Fertigstellungsverzug geführt hat.
- Insolvenzen von Handwerkern: Die PV Firma ist kurz nach der Fertigstellung der Anlage insolvent geworden. Restarbeiten und noch ausstehende Rückzahlungen sind verfallen, was zu viel Ärger mit Gerichten, Insolvenzverwaltern usw. geführt hat. Hier lautet meine Empfehlung genau darauf zu achten, wieviel im Voraus angezahlt wird und größere Summen, die nicht zum Baufortschritt passen, durch Anzahlungsbürgschaften absichern zu lassen.
Persönliches Fazit:
Insgesamt lief die Sanierung gut und wir sind froh, in dem Haus zu wohnen.
Haustyp
- Einfamilienhaus
Baujahr
- 2022
KfW-Effizienzhausstandard
- KfW-Effizienzhaus 40 Plus
Gebäudenutzfläche
- 175 m²
Wohnfläche
- 160 m²
Dauer des Baus
- Die Dauer des Baus betrug 11 Monate.
Heizsystem
- Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe der Marke Brötje „BLW Mono“ mit einer Leistung von 11 Kilowatt (kW) wurde verbaut.
Nutzung von Erneuerbaren Energien
- PV-Anlage mit einer Leistung von 11,84 Kilowatt-Peak (kWp) und ein Speicher mit einer Kapazität von 10 Kilowattstunden (kWh) wurden installiert.
Kosten
Die Gesamtkosten für das Haus belaufen sich auf 510.000 € ohne Grundstückskosten.
Für die PV-Anlage und den Batteriespeicher wurden folgende Kosten aufgewendet, die bereits in den Gesamtkosten enthalten sind:
- PV-Anlage: 22.000 €
- Batteriespeicher: 9.000 €
Fördermittel
- Inanspruchnahme der Programme „Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Baubegleitung (431)“ und „KfW Energieeffizient Bauen (153)“. Die Gesamtsumme der erhaltenen Fördermittel beläuft sich auf 124.000 €. In der Gesamtsumme der Fördermittel ist bereits der Betrag in Höhe von 90.000 € enthalten, welcher zurückgezahlt werden muss.
Umgesetzte Maßnahmen im Detail
- Bei dem effizienten Neubau aus Bissendorf wurde neben der Effizienz sehr auf die Nachhaltigkeit geachtet. Es liegt eine geringe Flächenversiegelung vor, die ebenfalls bei der Wohnfläche pro Person mit 40 m² sichtbar wird. Die Planung und Gestaltung des Objekts erfolgten mit Hilfe eines Energieberaters und Architekten. Die Fläche auf der Garage wurde begrünt, was einige Vorteile mit sich bringt. Die zusätzliche Schicht führt zu einer längeren Lebensdauer der Dachabdichtungen und einer deutlich besseren Regenwasserrückhaltung. Ebenfalls kann ein kühleres Dach dazu beitragen, dass die Effizienz von Solarmodulen gesteigert wird. Somit befinden sich auf dieser Fläche auch ein paar zusätzliche Solarmodule und die Wärmepumpe. Ebenfalls im Außenbereich konnte eine 1.000 Liter Regenzisterne für die Gartenbewässerung installiert werden. So kann das Regenwasser der Dachflächen aufgefangen und sinnvoll weiterverwendet werden. Der erzeugte PV-Strom kann effektiv für das Gebäude und die vorhandenen E-Autos verwendet werden. Die Ziegel des Gebäudes wurden mit Perlit gefüllt. Perlit ist ökologisch, nicht brennbar, leicht, nimmt keine Feuchtigkeit auf und hilft dabei, die Wärmedämmung zu verbessern.
Die Wände bestehen aus einem 42,5 cm „Schlagmann Poroton-Plan-U“ und einem 8,2 cm Wärmedämmputz mit einem U-Wert von 0,17. Die Fenster sind vierfach verglast und das Flachdach wurde ebenfalls mehrfach gedämmt, um den Energieverlust zu minimieren.
Was würden wir anders machen
- Uns fallen keine Punkte auf, die wir anders machen würden.
Herausforderungen im gesamten Prozess
- Bei dem gesamten Hausbau waren die Lieferketten teilweise schwierig und die Zuverlässigkeit und Termintreue verlief nicht immer optimal.
Persönliches Fazit
- Wir fühlen uns jeden Tag in unserem Haus wohl.
Haustyp:
- Einfamilienhaus
Baujahr:
- 1961
Gebäudenutzfläche (m²):
- Ca. 160 m²
Wohnfläche (m²):
- Ca. 120 m²
Sanierungszeitraum:
- 2012-2025
Heizsystem:
- Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einer Leistung von 7 Kilowatt (kW)
Nutzung von Erneuerbaren Energien
- PV-Anlage mit einer Leistung von 20 Kilowatt-Peak (kWp) und einem Batteriespeicher mit einer Kapazität von 11,5 Kilowattstunden (kWh)
Kosten:
- Die Sanierungskosten abzüglich der Förderungen belaufen sich auf ca. 170.000 € und setzen sich wie folgt zusammen:
- Haustüren und Fenster mit elektrischen Rolläden: 20.929,47 €
- Heizkörper und Rohre: 6.358,94 €
- Dämmung Rollädenkästen: 478,00 €
- Elektro-Hauptverteilung: 3.094,00 €
- Abdichtmaßnahmen an Balkon und Garage: 3.212,96 €
- Baumaterial: 18.390,77 €
- 2x „openWB“-Wallboxen inkl. Unterverteilung: 3.946,90 €
- Dachsanierung: 41.046,65 €
- Luft-Luft-Wärmepumpe (Klima): 4.000,00 €
- PV Anlage inkl. Speicher: 20.896,83 €
- Enthärtungsanlage: 1.569,35 €
- Kellerdeckendämmung: 1.195,12 €
- 8000 Liter Regenwasser Zisterne: 4.701,78 €
- Luft Wasser Wärmepumpe inkl. Zusatzarbeiten: 19.905,64 €
- Hohlwand-Dämmung: 2.650,00 €
- Kellerabdichtung: 16.371,83 €
Fördermittel:
- Die Summe aller Förderungen betrug ca. 32.500 € bzw. 16% der Investitionssumme
Ausgangslage:
Das Gebäude wurde von dem Großvater des Eigentümers erbaut. Mit der Übernahme des Objekts im Jahr 2018 war für die Familie klar, dass bei der Sanierung das Haus technisch auf den neusten Stand gebracht werden und sich zu einem bilanziellen Plus-Energiehaus entwickeln sollte.
Um möglichst viel Arbeit in Eigenleistung erbringen zu können, wurde sich für eine serielle Sanierung in vielen kleinen Schritten entschieden.
Umgesetzte Maßnahmen im Detail:
In diesem Projekt wurde eine Sektorenkopplung vollzogen, d.h. die Sektoren Strom, Wärme und Mobilität an die Eigenstromproduktion der PV-Anlage koppeln. Dies geschah durch die folgenden Schritte:
Sektor Wärme:
Die bestehende Gas-Heizung wurde gegen eine 7 kW Luft-Wasser-Wärmepumpe ausgetauscht. Neben der Wärmepumpe befindet sich in dem Gebäude ein hocheffizienter Wärmepumpenspeicher:
- Der gut gedämmte Speicher ist hydraulisch parallel angeschlossen. Dies hat den Vorteil, dass Vor- und Rücklauf der Wärmepumpe ohne Umwege, Mischungen und somit ohne Verluste in die Heizkörper gehen.
- Da es ein Kombispeicher ist, konnten durch die geringere Oberfläche im Vergleich zu zwei getrennten konventionellen Speichern die Transmissionsverluste reduziert werden.
- Warmwasser und Heizungswasser sind komplett getrennt, es gibt keine Mischung der Temperaturniveaus
- Bei dem verbauten Wärmepumpenspeicher wird das Warmwasser durch den Heizungspuffer geführt und darin vorgewärmt. Hierdurch muss weniger und seltener heißes Warmwasser bereitgestellt werden, was Kosten spart, und die Wärmepumpe schont.
- Überschüssiger PV-Strom wird für den Wärmesektor genutzt, indem intelligent gesteuerte Heizstäbe das Warmwasser auf bis zu 90 Grad erhitzen. Dies erhöht die Autarkie und schont die Wärmepumpe
Die 7 kW Luft-Wasser-Wärmepumpe reicht aus, um das Haus vollständig zu beheizen. Die Familie hat bei der Sanierung zudem ein Klima-Splitgerät mit zwei Inneneinheiten installiert, welches im Sommer kühlt und im Winter als zusätzliches Heizgerät genutzt werden kann.
Abschließend trägt ein 8 kW Kamin dazu bei, dass Spitzenlasten in der Heizperiode günstig abgefangen werden können. Somit ist auch bei einem Stromausfall oder Heizungsschaden die Beheizung des Gebäudes sichergestellt.
Durch die Kombination aus PV-Strom, dynamischen Stromtarif und dynamischen Netzentgelten, ergibt sich über das Jahr ein Preis von ca. 4 Cent pro kWh Wärme aus der Wärmpumpe.
Sektor Komfortstrom:
Die 20 kWp PV-Anlage ist mit ihren Modulen auf den Dachflächen in Richtung Norden und Süden sowie auf dem Garagendach in Richtung Westen verteilt. Die Aufteilung sorgt für eine gleichmäßig über den Tag verteilte Stromerzeugung.
Die Besonderheit der PV-Anlage besteht darin, dass die vorhandene Anlage bei der Dachsanierung demontiert und im Anschluss wieder auf der Nordseite des Gebäudes montiert werden konnte. Für die Südseite und das Garagendach wurden neue Module installiert.
Betrachtet man ein ganzes Jahr, kann die PV-Anlage das Haus zu ca. 75 % der Zeit versorgen. Überschüssiger Strom im Sommer wird eingespeist und vergütet. Die übrigen 25% werden aus dem Netz bezogen.
Das installierte Smart-Meter in Kombination mit einem dynamischen Stromtarif und dynamischen Netzentgelten verhilft der Familie dazu, noch effizienter und günstiger ihre Stromzufuhr zu regeln. Jede Nacht sinkt der Bruttostrompreis auf ca. 15 Cent. Reicht der PV-Ertrag nicht aus, werden alle verschiebbaren Verbraucher wie z.B. die E-Autos in die Nachtzeiten verlegt.
Im Winter reicht der PV-Ertrag nicht mehr aus, um den Heimspeicher zu füllen. Der Speicher war somit die meiste Zeit leer und ungenutzt. Dank Smartmeter und § 14a wird der Heimspeicher auch im Winter sinnvoll genutzt. Er wird nachts geladen und tagsüber zu den teuren Strompreiszeiten entladen. Das lohnt sich finanziell, entlastet das Netz und sorgt somit für sinkende Strompreise für alle.
Sektor Mobilität
Die große PV-Anlage reduziert ebenfalls signifikant die Mobilitätskosten, da der Fuhrpark der Familie seit 2019 auf zwei E-Autos und einen Elektroroller umgestellt wurde. Die intelligenten Wallboxen mit der Funktion des Überschussladens und der automatischen Phasenumschaltung harmonieren in der Praxis mit der großen PV-Anlage sehr gut.
Dadurch konnte das Familienauto bei einer Jahresbetrachtung zu ca. 69 % mit der PV-Anlage, zu ca. 24 % mit dem Netzstrom und zu ca. 6 % mit externen Ladepunkten auf der Autobahn versorgt werden, was die effektive Nutzung der Anlage unterstreicht.
Der Fahrstrom für den Kleinwagen und Familienauto liegen in der Jahresbetrachtung bei 3 € pro 100 km.
Wasserversorgung
Im Haus wurde für das Trinkwasser eine Enthärtungsanlage in Betrieb genommen. Diese schützt Armaturen und Leitungen und reduziert den Waschmittelverbrauch.
Zur Gartenbewässerung steht eine 8.000 Liter Regenzisterne zur Verfügung. Diese wird mit dem Regenwasser des Daches, der Garage und der Drainage befüllt. Die Regenzisterne wurde mit zusätzlichen Sensoren ausgestattet, um digital über eine App in Erfahrung zu bringen, wie der aktuelle Füllstand und bisherige Verbrauch in m³ ist.
Bei der Sanierung der Abwasserrohre wurde eine Rückstauklappe gegen Starkregenereignisse eingebaut.
Dämmung:
Die Hohlwand des zweischaligen Mauerwerks wurde 2012 mit 9 cm Steinwolle ausgeblasen.
Ein Teil der Kellerwände wurde 2012 und der Rest 2025 abgedichtet und mit ca. 5 cm Styropor bzw. 12 cm XPS gedämmt. Zusätzlich wurde eine Drainage verlegt.
In dem Zeitraum von 2012-2024 konnten alle Fenster und Türen erneuert werden und fortan weisen diese eine Zwei- oder Dreifachverglasung mit Uw-Werten von 0,9 bis 1,3 auf. Einige Laibungen besitzen eine Kalziumsilikat-Dämmung, um Schimmelbildung vorzubeugen.
Die Jalousiekästen sind mit XPS-Platten ausgerüstet, um auch über dieses Bauteil einen Wärmeverlust zu unterbinden. Elektrische Rollläden erhöhen den Komfort und eliminieren die Wärmeverluste der vorherigen Jalousie Bänder.
Das Gebäude verfügt zudem über einen Keller, weshalb die Kellerdecke mit einer 6 cm PIR-Dämmung aufgewertet wurde, die eine Wärmeleitstufe (WLS) von 022 hat.
2018 konnten die gesamten Heizkörper im Gebäude ausgetauscht werden. In diesem Zusammenhang wurden die vorhandenen Heizungsnieschen geschlossen und mit Glaswolle gedämmt.
Bei der Dachsanierung wurden die Sparren auf 24 cm erweitert und mit Klemmfilz gedämmt, welches eine WLS von 032 besitzt. Hinzu kamen 8 cm Holzfaserplatten. Das Dach hat jetzt einem U-Wert von ca. 0,13 und somit erfüllt den Passivhaus-Standard.
Digitalisierung:
Das Haus verfügt über einen Glasfaser-Anschluss, CAT 7 Netzwerkverbindungen und WLAN Access Points. Die Vernetzung und Automatisierung verschiedener Smart Home Aktoren und Sensoren wird mit Home Assistant realisiert.
Die Open WB Software wird für das Energiemanagement genutzt. Sie visualisiert und steuert die PV-Erzeugung, zwei Wallboxen und weitere Großverbraucher.
Auswirkungen im Alltag:
- Siehe persönliches Fazit
Was würden wir anders machen
- Laut Aussage des Heizungsbauers 2018 „ist die Wärmepumpe für einen Altbau nicht geeignet“. Das war ein schlechter Rat, denn wie wir heute wissen, funktioniert die Wärmepumpe wunderbar. Hätten wir dies 2018 schon gewusst, hätten wir in dem einen oder anderen Raum größere Heizkörper gewählt bzw. uns für eine Fußbodenheizung entschieden.
- Der Fensterbauer hat uns in den Schlafräumen von Dreifachverglasung abgeraten. Auch dies erwies sich als schlechter Rat und wir hätten heute gerne Dreifachverglasung im gesamten Haus.
Herausforderungen im gesamten Prozess
- Das Thema Bürokratie und Förderung war notwendig, jedoch auch lästig.
- Eine Maßnahme kann nur erfolgreich beendet werden, wenn man sich im Voraus eigene Gedanken über die Anforderungen und Wünsche gemacht hat und diese auch im Voraus klar kommuniziert. Alles andere führt nur zu Frust beim Kunden und Handwerker.
- Die Auswahl der Handwerker war nicht immer einfach. Tipp: Ein Solarteur, der privat keine eigene PV-Anlage besitzt und mit dem Diesel vorfährt, oder ein Heizungsbauer der privat keine Wärmepumpe besitzt, sind wahrscheinlich keine gute Wahl.
Persönliches Fazit:
Die Familie hat keine Sanierungsmaßnahme bereut und erfreut sich jeden Tag über das sanierte Haus. Die Vorteile liegen klar auf der Hand:
Finanzielle Vorteile:
Der Geldbeutel freut sich, die Sanierung hat für Wohlstand gesorgt. Die Nebenkosten, Benzin- und Gaspreise interessieren nicht mehr. Dies ist insbesondere im Alter wichtig.
2025 wurden im Monat 65 € für Wärme, Strom und Mobilität fällig.
Ein Großteil der Energie kommt vom eigenen Dach, die restliche Energie wird sehr günstig aus dem Netz bezogen. Durch die Einspeisevergütung gibt es zusätzliche Einnahmen.
Wohnkomfort:
Der Wohnkomfort ist sowohl im Winter als auch im Sommer deutlich gestiegen.
- Die Wärmeverluste konnten im Winter dank der Dämmung deutlich reduziert werden. Die Wärmepumpe bekommt das Haus auch bei tiefem Frost problemlos warm.
- Die Sommerhitze bleibt länger draußen.
- Dank mit der Luft-Luft Wärmepumpe und PV-Anlage kann das Haus kostenlos an Hitzetagen heruntergekühlt werden
Wertsteigerung:
Das Geld für die Sanierungsmaßnahmen ist nicht weg. Die Immobilie wurde erhalten und der Marktwert deutlich gesteigert.
Gutes Gewissen:
Ohne die genannten Maßnahmen wurden in der fossilen Vergangenheit ca. 10 – 15 Tonnen CO2 pro Jahr emittiert. Diese Menge wurde auf wenige Kilogramm reduziert. Die Familie lebt jetzt nahezu emissionsfrei.
2025 hat die PV-Anlage bilanziell genau so viel Energie erzeugt, wie die Familie für Mobilität, Wärme und Komfortstrom benötigt hat. Reicht der PV-Strom nicht aus, wird Ökostrom bezogen.
Zukünftige Projekte
Die Fassade ist brüchig und soll möglichst ökologisch gedämmt werden. Hierzu bieten sich Stroh oder Holzfaser an. Ökologische Dämmung ist eine CO2-Senke, da sie das CO2 in Form von Dämmstoff langfristig bindet und dem Kreislauf entzieht. Zudem lässt sie sich problemlos recyceln.
Im selben Schritt soll eine dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung eingebaut werden.
Finalisiert wird das Projekt mit Schönheitsarbeiten im Garten und Eingangsbereich.
Haustyp:
- Einfamilienhaus
Baujahr:
- 1956
Gebäudenutzfläche:
- ca. 260 m²
Wohnfläche:
- 145 m²
Sanierungszeitraum:
- 2023-2024
Heizsystem:
- Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einer Heizleistung von 11,6 Kilowatt (kW) und einer Wärmenennleistung von 4,6 kW
- Wassergeführter Kaminofen mit einer Nennwärmeleistung von 10,0 kW, der Anteil der Wasserleistung liegt bei 6,0 kW
Nutzung von Erneuerbaren Energien
- PV-Anlage mit einer Leistung von 5,12 Kilowatt-Peak (kWp) und ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von 5 Kilowattstunden (kWh) wurden verbaut.
Kosten:
Die Sanierungskosten belaufen sich insgesamt auf ca. 237.500 € und setzen sich wie folgt zusammen:
- Heizung inkl. Ausbau der Ölheizung und Montage des wassergeführten Kaminofens ca. 40.000 €
- Dach inkl. Entsorgung, Dämmung und Aufdeckung ca. 89.000 €
- Haustür und Fenster ca. 18.500 €
- Wassergeführter Kaminofen inkl. Montage ca. 5.000 €
- Ausblasdämmung der Außenwandhohlräume ca. 4.500 €
- Malerarbeiten außen: Fassade reinigen, grundieren und streichen ca. 6.000 €
- Malerarbeiten innen: Strukturputz und Raufaser, Vorarbeiten und Streichen ca. 14.000 €
- Fußboden, Unterkonstruktion des Fußbodens, Leichtausgleichestrich und Estrich ca. 7.500 €
- Fußbodenverlegung inkl. Material ca. 10.000 €
- Maurerarbeiten gesamt, inkl. Durchbrüche, Bäder-Umbauarbeiten, Entsorgung, etc. ca. 28.000 €
- Elektroarbeiten, komplette neue Verlegung von sämtlichen Kabeln, Internet, Schaltschrank, Streckdosen und Lichtschalter ca. 15.000 € (alles in Eigenleistung demontiert und installiert)
- Für Außenarbeiten (Gartengestaltung) sind zusätzliche Kosten in Höhe von ca. 50.000 € entstanden.
Fördermittel:
- BAFA-Fördermittel wurden aus dem Programm „Bundesförderung für effiziente Gebäude Einzelmaßnahmen“ in Anspruch genommen. Für zwei Wohneinheiten wurden insgesamt Fördermittel in Höhe von 30.595 € überwiesen.
Ausgangslage:
- Das Gebäude erwarben wir im September 2022. Durch einen Nachbarn erfuhren wir, dass es verkauft werden sollte, da die Vorbesitzerin leider in ein Betreutes Wohnen wechseln musste und keine Angehörigen hatte, die das Haus übernehmen konnten.
Eine Woche nach der Besichtigung entschieden wir uns für den Kauf und wussten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, welche Überraschungen noch zum Vorschein kamen.
Den alten Holzfußboden wollten wir eigentlich erhalten, jedoch mussten wir nach den Wanddurchbrüchen feststellen, dass der Höhenunterschied zwischen den Räumen zu groß war. Folglich haben wir uns dazu entschieden, alles zu entkernen und den Fußboden inkl. Fußbodenheizung neu zu gestalten. Es gab einen groben, selbstgemachten Plan, der auch im Großen und Ganzen eingehalten werden konnte.
Dazu zählte auch, dass wir das Haus energieeffizient gestalten wollten. Durch einen beauftragten Energieberater kamen neue Ideen hervor, mit denen wir planen konnten.
Umgesetzte Maßnahmen im Detail:
- Für die Planung der Sanierung und Begleitung für die Inanspruchnahme der zur Verfügung stehenden Fördermittel wurde ein Energieberater beauftragt.
Im Zuge der Sanierung wurden zahlreiche Maßnahmen an der Gebäudehülle umgesetzt. Die Fassade konnte mit „Knauf Hohlwanddämmung“ mit einer WLG von 0,33 und einer Stärke von 8-10 cm gedämmt werden. Ebenfalls wurde das Dach mit 10 cm aus „LINITHERM PAL 2U Plus PUR/PIR-Hartschaum“ nach DIN EN 13165 gedämmt. Die Decken des Gebäudes hat die Familie ebenfalls mit 5-8 cm Leichtausgleichsestrich und „Rolljet“ Dämmbahnen mit 3 cm energetisch aufgewertet.
Mit den dreifachverglasten Fenstern in dem Gebäude kann zusätzlich Energie eigenspart werden. Das Besondere ist, dass hier die Fensterladen aufgearbeitet und neu gestrichen wurden, um den Charakter des Gebäudes beizubehalten. Ein wassergeführter Kaminofen, der ebenfalls in dem Gebäude verbaut wurde, bietet vor allem in den Wintermonaten einige Vorteile. Er unterstützt die Wärmepumpe, greift auf einen nachwachsenden Rohstoff zurück und in Kombination mit dem Pufferspeicher kann die Wärme effizient für den gesamten Kreislauf im Haus weitergenutzt werden.
Zusätzlich wurde auf die Barrierefreiheit bei dem Gebäude geachtet, sodass die Eingänge des Gebäudes ebenerdig zu erreichen sind. Ein Faktor, der bei Sanierungen von Bestandsgebäuden mitgedacht werden sollte. Durch zwei Wanddurchbrüche im Erdgeschoss wurden die Küche, das Esszimmer und das Wohnzimmer gewissermaßen Eins, was den Raum deutlich größer erscheinen lässt. Die eingebauten Stahlträger bleiben sichtbar, was alt und neu miteinander verbinden soll. Das Bad im EG wurde deutlich vergrößert und komplett ebenerdig gestaltet.
Auswirkungen im Alltag:
- Da wir keinen direkten Vergleich in diesem Haus zu vorher hatten, können wir nur sagen, dass wir uns gerade mit dem wassergeführten Kaminofen in den kälteren Monaten, der vergrößerten Terrasse in den Sonnenmonaten und durch unsere eigene Gestaltung und Mitwirkung sehr wohl fühlen.
Was würden wir anders machen
- Wir würden uns Gedanken um einen Pelletofen und über eine Anlegung einer Zisterne machen.
Herausforderungen im gesamten Prozess
- Die Herausforderungen waren eindeutig die terminlichen Absprachen mit den verschiedenen Gewerken. Wir hatten keinen Architekten beauftragt, sondern alles selbst geplant – mit den unterschiedlichsten Ideen Anderer. Gleichzeitig mussten wir terminlich aus unserem alten Wohnhaus ausziehen. All das machte es anstrengend, alles nach und passend fertigzustellen.
Persönliches Fazit:
- Abschließend, auch wenn es über einige Monate anstrengend, interessant, aufregend und auch schweißtreibend war, sind wir überglücklich, das Haus so energieeffizient saniert und nach unseren Vorstellungen erstellt zu haben. Klar gibt es ein paar Punkte, die man verbessern hätte können, aber es gibt immer etwas zu tun.
Haustyp:
- Einfamilienhaus
Baujahr:
- 1780
KfW-Effizienzhausstandard
- KfW-Effizienzhausstandard 70 Erneuerbare-Energien-Klassen (EE)
Gebäudenutzfläche
- 148 m²
Wohnfläche (m²):
- 148 m²
Sanierungszeitraum:
- 2022-2023
Heizsystem:
- Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einer Leistung von 10 Kilowatt (kW) und einem Brauchwasserspeicher der Marke Wolf „CHC-Monoblock 10/300-50S“, inkl. „CHA 10/400V“ wurden verbaut.
Nutzung von Erneuerbaren Energien
- PV-Anlage mit einer Leistung von 7,5 Kilowatt-Peak (kWp). Wir planen in diesem Jahr die PV-Anlage auf unserem Flachdach-Carport, auf insgesamt 15-16 kWp zu erweitern und zusätzlich einen 10 Kilowattstunden (kWh) Speicher nachzurüsten. Dadurch möchten wir den Anteil erneuerbarer Energie weiter erhöhen.
Kosten:
- Die förderfähigen Kosten belaufen sich auf ca. 172.000 €. Die Gesamtkosten bei dem Projekt liegen bei ca. 440.000 €.
Fördermittel:
- KfW-Fördermittel aus dem Programm „BEG-Wohngebäude – Zuschuss (461)“ für die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus 70 und für die Fachplanung und Baubegleitung wurden in Höhe von ca. 61.500 € in Anspruch genommen.
Ausgangslage:
Die Hofanlage, bestehend aus dem Hauptgebäude und Nebengebäude, ist ca. im Jahr 1780 gebaut worden. Damals war das Nebengebäude direkt an das Hauptgebäude angebaut und wurde als Backhaus genutzt. Seit ca. 1850 ist die Hofanlage im Familienbesitz. Bei einem Blitzschlag im Frühjahr 1899 ist das Hauptgebäude abgebrannt und konnte etwa 100 Meter entfernt wieder aufgebaut werden.
Das Nebengebäude (Backhaus) ist stehen geblieben und wurde seitdem in verschiedenen Funktionen genutzt (Wagenschuppen, Unterstellplatz oder auch als Hühnerstall). Von ca. 1850 bis 1981 hat die Familie Landwirtschaft im Vollerwerb betrieben und ab ca. 1981 Landwirtschaft im Nebenerwerb. Neben der Landwirtschaft gab es im Hauptgebäude einen Lebensmitteladen (von ca. 1900-2004) und eine Gastronomie (Kneipe) (1900 – 2016).
Meine Frau und ich sind aktuell die 5. Generation, die auf der Hofstelle mit zwei weiteren Generationen lebt. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, das sehr marode Nebengebäude so zu sanieren, dass es zum Wohnhaus für unsere vierköpfige Familie wird. Im Grunde war dies für uns die einzig wirtschaftliche Möglichkeit dieses sehr marode Gebäude zu erhalten und sinnvoll zu nutzen. Ansonsten wäre es vermutlich zusammengestürzt und am Ende abgerissen worden.
Umgesetzte Maßnahmen im Detail:
- Das Nebengebäude des Hofes wurde bis auf das Grundgerüst entkernt und für die umfassenden Sanierungsmaßnahmen vorbereitet. Um ein Wohnhaus zu schaffen, das genug Platz für die Familie bietet, wurde neben dem Gebäude eine entsprechende Fläche ausgehoben, wo der Anbau entstehen sollte.
- Bodenplatte: Stahlbetonsohle mit 12 cm Dämmung (Wärmeleitgruppe (WLG) 035) und 7 cm Estrich
U-Wert= 0,26 W/m²K - Außenwand: Mauerwerk im Bestand mit 8 cm Dämmung (WLG) 032) und 11,5 cm Porenbeton U-Wert= 0,23 W/m²K
- Außenwand Anbau: 17,5 cm Kalksandstein mit 16 cm Dämmung (WLG 032) und einer Vorhangfassade
U-Wert= 0,18 W/m²K - Außenwand Anbau (Gaube): Holzständerwerk mit 18 cm Dämmung (WLG 035) in den Zwischenräumen, 8 cm Dämmung (WLG 032) und einer Vorhangfassade
U-Wert= 0,12 W/m²K - Dach: 20 cm Zwischensparrendämmung (WLG 035) mit 3,5 cm Aufsparrendämmung mit einer Holzfaserweichplatte (WLG 044) U-Wert= 0,17 W/m²K
- Flachdach: 24 cm Dämmung (WLG 035) in der Balkenlage U-Wert= 0,13 W/m²K
- Außentür: Außentüren mit einem U-Wert ≤ 1,10 W/(m²k)
- Fenster (Anbau): Kunststofffenster mit 3-fach Wärmeschutzverglasung, U-Wert ≤ 0,9 W/m²K
- Fenster (Denkmal): Holzfenster mit 2-fach Wärmeschutzverglasung und Sprossen, U-Wert ≤ 1,40 W/m²K
- Dachfenster: Dachflächenfenster mit 3-fach Wärmeschutzverglasung U ≤ 1,10 W/m²K
Auswirkungen im Alltag:
- Bis heute sind unsere Freunde und Gäste immer wieder überrascht, dass so ein altes Gebäude eine derartige „Wohlfühlatmosphäre“ bieten kann. Insbesondere die Familie meiner Frau, welche das Gebäude in seiner alten Funktion kannte, sind immer wieder von dem Ergebnis der durchgeführten Sanierung begeistert.
Was würden wir anders machen
- Wir würden definitiv dreifach verglaste Holzfenster im Altbau einbauen.
- Außerdem hätten wir uns im Vorfeld mehr gestalterische Expertise durch Architekten oder Bauingenieure einholen sollen.
Herausforderungen im gesamten Prozess
- Die Materialverfügbarkeiten (z. B. sibirische Lärche (Rhombus) aus Russland oder die Lieferzeiten der Heizungsanlage durch fehlende elektronische Bauteile).
- Stark steigende Kosten für Handwerker und Rohstoffe, ebenfalls ausgelöst durch den Russland-Ukraine-Krieg und die Corona-Pandemie.
- Keine Flexibilität mehr bei der Finanzierung durch stark steigende Zinsen bei den Banken.
- Zu Beginn der Bauphase wurde uns die komplette KfW-Förderung gestrichen (diese wurde für die Sanierung durch die Regierung nach Monaten des Bangens wieder freigegeben).
- Die Verlässlichkeit und Qualität von Handwerksfirmen, welche mit Fachkräftemangel und vielen Krankheitsausfällen durch die Corona-Pandemie zu kämpfen hatten.
- Parallel zur Baustelle wurde unsere Tochter geboren.
- Vieles musste nach der Arbeit und am Wochenende durch Eigenleistung abgefedert werden, um Kosten zu sparen. Gerade bei der Sanierung werden Handwerkskosten oft nach Aufwand abgerechnet.
Persönliches Fazit:
- Klein, fein und unser ganz individuelles zuhause.
Kontakt
Jonathan Fietz
Fachdienst Umwelt - Klima und Energie
Am Schölerberg 1
49082 Osnabrück
Deutschland