Bevölkerungswarnung im Landkreis Osnabrück

Um die Bevölkerung im Ernstfall schnell und zuverlässig zu warnen, setzt der Landkreis Osnabrück gemeinsam mit den Kommunen auf einen Warnmittelmix aus Sirenen und digitalen Warnmitteln. So werden möglichst viele Menschen erreicht – auch dann, wenn einzelne Warnwege nicht verfügbar sind.

Sirenen

Die verschiedenen Wege der Bevölkerungswarnung werden jährlich am bundesweiten Warntag (zweiter Donnerstag im September) getestet. Dabei erfolgt gegen 11:00 Uhr eine Probewarnung, gegen 11:45 Uhr folgt in der Regel die Entwarnung. Der Warntag ist ein gemeinsamer Aktionstag von Bund, Ländern und Kommunen.

Warnmittelmix

Sirenen sind ein zentrales Element der Bevölkerungswarnung und ergänzen digitale Warnmittel wie Cell Broadcast, Warn-Apps und Radio- bzw. Fernsehdurchsagen. Sie sind besonders wichtig, weil sie mit ihrem deutlichen Weckeffekt auch Menschen erreichen, die Warnungen über andere Kanäle nicht oder nicht rechtzeitig wahrnehmen – zum Beispiel nachts oder im Freien.

Der Landkreis Osnabrück hat in den vergangenen zwei Jahren gemeinsam mit Städten, Gemeinden und Samtgemeinden eine neue Sireneninfrastruktur geplant. Bis spätestens 30. Juni 2027 sollen kreisweit 217 Sirenen installiert werden, davon 112 Mastsirenen und 105 Gebäudeanlagen. Alle Sirenen verfügen über einen Akku-Backup, viele Mastanlagen zusätzlich über Solartechnik.

Moderne Sirenen können neben Warntönen auch vorgefertigte Sprachdurchsagen abspielen. So erhalten Bürgerinnen und Bürger im Ernstfall klare Informationen zur Situation sowie Hinweise zum richtigen Verhalten.

Warnung: ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton
→ Bewahren Sie Ruhe und informieren Sie sich über offizielle Stellen (z. B. Radio, Warn-Apps, Internet).

Entwarnung:   ein einminütiger Dauerton
→ Die unmittelbare Gefahr besteht nicht mehr. 

Achten Sie weiterhin auf Hinweise.

  1. Warum werden Sirenen im Landkreis wieder eingeführt?
    Sirenen sind ein wichtiger Bestandteil des Warnmittelmixes und erreichen Menschen schnell – auch nachts.
    Nicht jede Warnung kommt rechtzeitig bei allen an, zum Beispiel wenn das Handy stumm ist, kein Mobilfunkempfang besteht oder Menschen gerade schlafen. Sirenen haben einen deutlichen Weckeffekt und ergänzen Warn Apps, Cell Broadcast sowie Radio- und Fernsehdurchsagen.
     
  2. Was bedeutet „Warnmittelmix“?
    Warnmittelmix bedeutet: Es werden mehrere Warnwege gleichzeitig genutzt, damit möglichst viele Menschen erreicht werden.
    Dazu gehören zum Beispiel Sirenen, Cell Broadcast, Warn-Apps, Radio, Fernsehen und Online-Informationen. So bleibt die Warnung auch dann zuverlässig, wenn einzelne Kanäle ausfallen oder nicht genutzt werden.
     
  3. Was ist Cell Broadcast?
    Cell Broadcast ist ein Warnsystem, das Nachrichten direkt aufs Handy sendet – ganz ohne App.
    Warnmeldungen werden automatisch an alle Mobiltelefone in einem betroffenen Gebiet geschickt. Dafür sind keine zusätzlichen Einstellungen nötig. Auf den Geräten werden keine weiteren Einstellungen benötigt. 
    Neu: Seit November 2025 kann Cell Broadcast nicht nur warnen, sondern auch entwarnen.
    Weitere Informationen zur Empfangsfähigkeit von Cell Broadcast finden Sie unter Cell Broadcast - BBK.
     
  4. Welche Warn-Apps kann ich nutzen?
    Empfehlenswerte Warn-Apps sind zum Beispiel NINA und KATWARN.
    Warn-Apps liefern oft zusätzliche Informationen wie Karten, Verhaltenstipps und Hinweise zur aktuellen Lage. Besonders KATWARN kann auch bei lokalen Ereignissen informieren – etwa bei Bränden oder wenn wegen Rauchentwicklung Vorsicht geboten ist. Außerdem können über KATWARN je nach Lage auch Hinweise wie Schulausfälle oder Einschränkungen vor Ort veröffentlicht werden.

    Empfehlung: Installieren Sie Warn-Apps und aktivieren Sie die Benachrichtigungen, um im Ernstfall keine wichtigen Informationen zu verpassen.
     
  5. Warum braucht man Sirenen trotz Warn-Apps und Cell Broadcast?
    Sirenen warnen auch dann, wenn digitale Warnungen nicht rechtzeitig ankommen.
    Nicht alle Menschen haben ein Smartphone oder bekommen Warnungen per App rechtzeitig mit. Sirenen erreichen auch Menschen draußen, Kinder oder ältere Personen – unabhängig von Internet, Empfang oder Handy-Akku. Deshalb sind sie ein wichtiger Teil des Warnmittelmixes.
     
  6. Warum ist Bevölkerungswarnung heute besonders wichtig?
    Krisen und Extremwetterlagen treten häufiger auf – schnelle Warnungen können Leben retten.
    Ob Starkregen, Sturm oder Stromausfall: Gefahren können plötzlich entstehen. Frühzeitige Warnungen geben den Menschen Zeit, sich zu schützen und richtig zu handeln.
     
  7. Wer löst die Sirenen aus – und wie schnell geht das?
    Die Auslösung erfolgt technisch über die Regionalleitstelle  – eine Warnung ist oft in wenigen Minuten möglich.
    Die Entscheidung treffen – je nach Lage (örtlicher Gefahrenabwehr, größeren Schadenslagen bis hin zum Katastrophenfall) – die Kommunen, der Landkreis oder beide gemeinsam. Sobald eine Gefahr erkannt ist, kann die Warnung sehr schnell erfolgen – oft innerhalb weniger Minuten.
     
  8. Was bedeuten die Sirenensignale?
    Warnung: Ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton.
    → Informieren Sie sich über offizielle Stellen (z. B. Warn-App, Internet, Radio, Fernsehen) und befolgen Sie Hinweise.
    Entwarnung: Ein einminütiger Dauerton.
    → Die unmittelbare Gefahr besteht nicht mehr. Achten Sie weiterhin auf weitere Informationen.
     
  9. Was soll ich tun, wenn ich eine Sirene höre?
    Ruhe bewahren und offizielle Informationen einholen.
    Prüfen Sie Hinweise über Warn-Apps, Internet, Radio oder Fernsehen. Wichtig ist, sich über die Lage zu informieren und behördliche Anweisungen umzusetzen.
     
  10. Warum werden die alten Sirenen durch neue ersetzt?
    Die neuen Sirenen sind digital, zuverlässiger und gezielter steuerbar.
    Sie lassen sich zentral auslösen und auch für einzelne Bereiche gezielt ansteuern. Somit kann eine Alarmierung nicht nur für eine bestimmte Kommune, sondern sogar für eine einzelne Sirene ausgelöst werden. Dadurch kommen Warnungen genau dort an, wo sie gebraucht werden.
     
  11. Können die neuen Sirenen Sprachdurchsagen abspielen?
    Ja – die Sirenen können vorgefertigte Sprachdurchsagen wiedergeben.
    So erfahren Bürgerinnen und Bürger schnell, was passiert ist und wie sie sich verhalten sollen. Das soll Orientierung geben und Unsicherheit verhindern. Im Regelfall folgt nach dem Warnton ein kurzes akustisches Signal, anschließend erfolgt eine Sprachdurchsage.
     
  12. Wie viele Sirenen werden im Landkreis installiert?
    Bis 2027 sollen kreisweit 217 Sirenen installiert werden.
    Geplant sind 217 Sirenen – davon 112 Mastsirenen und 105 Gebäudeanlagen. Alle Anlagen verfügen über ein Akku-Backup. Rund 85 Mastsirenen werden zusätzlich mit Solartechnik ausgestattet und können dadurch unabhängig vom Stromnetz betrieben werden.
     
  13. Sirenen im Alltag: Wann wird getestet und wer ist zuständig?
    Hörbare Probealarme gibt es vor allem am bundesweiten Warntag. Weitere Alarme liegen in der Zuständigkeit der Kommunen.
    Der bundesweite Warntag findet jedes Jahr am zweiten Donnerstag im September statt. Dabei erfolgt gegen 11:00 Uhr eine Probewarnung und gegen 11:45 Uhr in der Regel die Entwarnung. Der Warntag ist eine gemeinsame Aktion von Bund, Ländern sowie Städten und Landkreisen.

    Sirenen werden nicht regelmäßig im Alltag ausgelöst, sondern im Ernstfall oder bei angekündigten Probealarmen. Wartungen und Techniktests können bei den neuen Sirenen häufig auch „still“ durchgeführt werden – also ohne hörbaren Alarm.
    In Niedersachsen entscheiden die Kommunen, ob und wann zusätzliche Probealarme oder Feuerwehralarme durchgeführt werden. Der Landkreis kann zusätzlich festlegen, ob er kreisweite Probealarme umsetzen möchte.
     
  14. Wie wurden die Sirenen-Standorte festgelegt?
    Die Standorte wurden fachlich geplant und gemeinsam vor Ort geprüft, damit möglichst viele Menschen erreicht werden.
    Ein spezialisiertes Fachbüro hat zunächst geeignete Standorte vorgeschlagen. Diese wurden anschließend gemeinsam mit Landkreis, Kommunen und Fachfirma vor Ort begangen und abgestimmt. Mithilfe von Beschallungsübersichten wurden mögliche Lücken erkannt und nach Möglichkeit geschlossen. In einer sogenannten Baubegehung werden alle Standorte vor Ihrer Umsetzung nochmals begangen und in einem abschließenden Meeting gemeinsam besprochen.
     
  15. Was kostet das Sirenenprojekt?
    Der Landkreis und die Kommunen investieren gemeinsam 4,5 Millionen Euro.
    Insgesamt investieren der Landkreis Osnabrück sowie die Kommunen ca. 4,5 Millionen Euro in den Aufbau der neuen Sireneninfrastruktur. 75% dieses Betrages übernimmt der Landkreis Osnabrück, die weiteren 25% werden von den Kommunen erbracht und diese Aufteilung gilt dann auch für den lfd. Betrieb. 

Warnung per Cell Broadcast

Bei Cell Broadcast erhalten Sie Warnmeldungen direkt auf Ihr Mobiltelefon – ohne zusätzliche App. Die Warnung wird an alle Mobiltelefone in einem betroffenen Gebiet gesendet und kann so viele Menschen sehr schnell erreichen. Cell Broadcast wird vor allem bei größeren Gefahrenlagen eingesetzt, bei denen möglichst viele Personen gleichzeitig erreicht werden sollen.

Neu: Seit 2025 kann Cell Broadcast nicht nur warnen, sondern auch entwarnen. 

Warnung durch Warn-Apps

Warn-Apps sind ein wichtiges Instrument, um Bürgerinnen und Bürger schnell und gezielt zu informieren. Sie liefern zusätzliche Informationen wie Karten, Verhaltenstipps und Hinweise zum richtigen Verhalten.

Besonders KATWARN kann auch bei lokalen Ereignissen hilfreich sein – zum Beispiel bei Bränden, wenn wegen Rauchentwicklung oder Schadstoffen in der Luft Vorsicht geboten ist. Außerdem können über KATWARN je nach Lage auch Hinweise wie Schulausfälle oder Einschränkungen vor Ort veröffentlicht werden.

Empfehlung: 

Installieren Sie Warn-Apps wie KATWARN und/oder NINA und aktivieren Sie die Benachrichtigungen, um im Ernstfall keine wichtigen Informationen zu verpassen. 

Warnung über Radio und Fernsehen

Auch Radio- und Fernsehdurchsagen sind ein wichtiger Bestandteil der Informationsweitergabe in Krisensituationen. Besonders bei Stromausfällen können ein batteriebetriebenes Radio (z. B. auch Kurbelradio) oder das Autoradio weiterhin wichtige Informationen liefern. Achten Sie dabei auf aktuelle Durchsagen und offizielle Hinweise.

Kontakt

Katastrophenschutzbehörde

Deutschland