WIGOS besuchte neuen Produktionsstandort von CL Inneneinrichtungen
Bad Iburg. Wo vor wenigen Jahren noch freie Fläche war, steht heute eine moderne Produktionshalle mit 2.280 Quadratmetern Nutzfläche. Rund fünf Millionen Euro sind in den Neubau der CL Inneneinrichtungen GmbH & Co. KG in Bad Iburg geflossen. Seit August 2025 wird am neuen Standort gearbeitet - Anlass genug für die WIGOS Wirtschaftsförderung des Landkreises Osnabrück, sich vor Ort ein Bild zu machen und mit dem Unternehmer über weitere Pläne zu sprechen.
„Es ist nicht alltäglich, dass eine Tischlerei auf der grünen Wiese und dann auch noch in dieser Größenordnung neu baut“, staunt WIGOS-Geschäftsführer Peter Vahrenkamp beim Besuch des neuen Standorts. Die Dimensionen seien beeindruckend. Umso mehr freue es ihn, dass man das Vorhaben bei Planung und Umsetzung habe unterstützen können. „Uns ist wichtig, Rückmeldungen aus den Unternehmen zu bekommen. Wir haben ein großes Interesse daran, dass sich die Betriebe hier wohlfühlen und investieren.“
Der Weg zum Unternehmer verlief für Geschäftsführer Christian Licher zunächst nicht geradlinig. 2012 gründete der Tischlermeister und Betriebswirt die CL Inneneinrichtungen GmbH & Co. KG. Zuvor war er bereits im Nebengewerbe selbstständig tätig: „Wir haben damals im Keller angefangen, auf 150 Quadratmetern“, erinnert er sich. Später pachtete er eine Halle seines ehemaligen Arbeitgebers. Die räumlichen Möglichkeiten blieben aber begrenzt. Am alten Standort fehlten Büroräume, Lagerflächen und Entwicklungsmöglichkeiten. „Das war nicht zukunftsfähig.“
Die entscheidende Wendung kam bei einem Unternehmerfrühstück in Bad Iburg. Dort erfuhr Christian Licher von einem Grundstück, das zum Verkauf stand. „Es war nicht optimal geschnitten, ein Spitzwinkel, eigentlich schwierig zu bebauen.“ Trotzdem griff er 2019 zu. Der Bebauungsplan ließ eine gewerbliche Nutzung zu. „So eine Entscheidung trifft man nicht leichtfertig. Ich habe lange mit meiner Familie beraten. Das ist eine Entscheidung für Generationen. Wenn so ein Projekt startet, sind fünf Lebensjahre weg.“
Dann kam die Corona-Pandemie. Der Umsatz im Messebau, einem weiteren Standbein des Unternehmens, brach ein, sodass mit dem Neubau erst einmal abgewartet wurde. In dieser Zeit konnte das Unternehmen sehr flexibel reagieren und in anderen Aufgabenbereichen tätig sein. Rund 40 Prozent des Umsatzes erzielt der Spezialist für Messebau und Objekteinrichtungen mit großen Stammkunden aus dem Landkreis. Fokussiert ist das Unternehmen auf die komplette Abwicklung von Messeständen. „Aufgebaut werden die Stände dort, wo sie gebraucht werden: an großen und kleinen Messestandorten in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, deutschlandweit und auch im europäischen Ausland.“ Wichtig ist dem Handwerksunternehmen die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Stammkunden aus der Region: „Je besser es den Unternehmen geht, desto mehr Aufträge bekommen wir.“ Hinzu kommen private Kunden, die individuelle, hochwertige Inneneinrichtungen nach Maß nachfragen.
Mit Unterstützung der WIGOS ging es mit dem Bau der Produktionsstätte voran. Über das GRW-Förderprogramm (Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“) wurde das Unternehmen finanziell unterstützt. Den ersten Anstoß zur Förderung hatte Andrea Frosch vom WIGOS-UnternehmensService gegeben: „Mit dem Neubau erweitert die Tischlerei ihre Fertigungstiefe und steigert ihre Unabhängigkeit und Wettbewerbsfähigkeit. Das ist eine gute Investition in die Zukunft.“ So investierte Licher unter anderem in neue CNC-Technik und eine digitale Arbeitsvorbereitung, wodurch sich Abläufe effizienter gestalten und Projekte präziser planen lassen.
Ein wichtiger Faktor, um den Betrieb zukunftsgerecht aufzustellen, ist das Thema Nachhaltigkeit. Auf dem Hallendach wurde eine Photovoltaikanlage mit 474 kWp installiert. Ein Teil der Leistung wird selbst genutzt, der Rest ins Netz eingespeist. Zusätzlich wurde ein Stromspeicher mit 30 kWh Kapazität integriert. „An guten Tagen brauchen wir keinen Strom von außen“, erläutert der Geschäftsführer. Für die Wärme sorgt eine Hackschnitzelheizung, die mit Holzresten aus der eigenen Produktion betrieben wird. Ergänzt wird das System durch eine Hallenheizung aus Hochleistungs-Deckenstrahlplatten, welche die acht Meter hohe Halle mühelos energiesparend erwärmen. „Selbst wenn ein Tor aufgeht, bleibt die Wärme im Baukörper.“
Heute beschäftigt das Unternehmen zwölf Mitarbeiter, darunter drei Auszubildende. Der Fachkräftenachwuchs wird bewusst im eigenen Haus ausgebildet. Gleichzeitig sucht das Unternehmen weitere Fachkräfte, etwa für die Arbeitsvorbereitung. „Wir wollen weiter wachsen“, betont Christian Licher. Für die WIGOS ist das Projekt ein Beispiel dafür, wie sich Handwerksbetriebe mit langfristiger Planung und öffentlicher Unterstützung weiterentwickeln können. Für Geschäftsführer Christian Licher ist es vor allem eines: „Ein Schritt, um das Unternehmen dauerhaft auf solide Beine zu stellen.“
Dateien
-
FilePressetext - docx (79.63 KB)