Stadt und Landkreis verleihen Naturschutzpreis 2025 für Schutz von Fledermäusen
Osnabrück. Fledermäuse sind hochspezialisierte und streng geschützte Tiere. Um ihren Schutz und den Erhalt ihrer Lebensräume zu würdigen, haben die Stadt Osnabrück und die Naturschutzstiftung des Landkreises vor kurzem im Museum am Schölerberg gemeinsam den Naturschutzpreis 2025 verliehen. Unter dem Motto „Fledermausfreundliche Stadt – fledermausfreundlicher Landkreis“ wurden insgesamt vier Preistragende für ihr besonderes Engagement ausgezeichnet.
„In Niedersachsen sind 19 Fledermausarten heimisch, doch ein Großteil von ihnen ist heute vom Aussterben bedroht“, mahnte Oberbürgermeisterin Katharina Pötter zur Eröffnung der feierlichen Preisvergabe. Sie verwies auf das städtische Engagement, das unter anderem in der Erarbeitung der Biodiversitätsstrategie „OSNATÜRLICH“ und im Jubiläumsjahr „100 Jahre Grüne Finger“ sichtbar werde. Mit dem kürzlich eröffneten Naturerfahrungsraum Ziegenbrink habe die Stadt zudem einen Ort geschaffen, an dem Artenschutz und Umweltbildung für Kinder und Jugendliche unmittelbar erlebbar würden.
Landrätin Anna Kebschull ergänzte: „Fledermäuse sind faszinierende Flugtalente und zugleich sensible Zeiger für den Zustand unserer Natur. Dass Arten wie das Große Mausohr heute unter besonderem Schutz stehen müssen, verdeutlicht, wie sehr ihre Lebensräume unter Druck geraten sind. Umso wichtiger ist das Engagement der Preisträgerinnen und Preisträger, die ganz konkret dazu beitragen, das ökologische Gleichgewicht in unserer Region zu bewahren.“
Antonius Fahnemann, Vorsitzender der Haarmann Stiftung, betonte: „Es ist beeindruckend, Menschen zu würdigen, die es sich nicht einfach machen, sondern ihre Gedanken konsequent zum Wohle der Natur umsetzen. Als Vorbilder stiften sie andere dazu an, ebenfalls bürgerschaftliche Verantwortung für den Schutz bedrohter Arten wie der Fledermaus zu übernehmen.“
Die Naturschutzpreise sind mit jeweils 5.000 Euro dotiert. Das Preisgeld der Stadt Osnabrück wird von der Haarmann Stiftung – Umwelt und Natur gestellt, das des Landkreises von der Naturschutzstiftung. Seit 2016 kooperieren die Stadt (Fachbereich Klima, Natur und Umwelt) und die Naturschutzstiftung des Landkreises bei der Ausschreibung.
Die Preistragenden der Naturschutzstiftung des Landkreises
Die Preise des Landkreises wurden vom Geschäftsführer der Naturschutzstiftung, Kreisrat Thomas Könnecker, mit Unterstützung der Kuratoriumsvorsitzenden Gabriele Mörixmann übergeben. „Engagement sollte man nicht nur besprechen, sondern auch belohnen können“, betonte Könnecker. „Unser Ziel ist es, die heimische Kulturlandschaft nachhaltig zu sichern und ehrenamtliche Naturschutzarbeit zu fördern.“
- Biologische Station Haseniederung e. V. (Alfhausen) – Erster Preis (2.600 Euro): Der Verein verbindet auf seinem Gelände praktischen Artenschutz durch Fledermauskästen und heimische Nahrungspflanzen mit intensiver Umweltbildung. Besonders gewürdigt wurden die „Fledermausabende für Familien“, die Menschen aktiv für den Naturschutz gewinnen.
- Familie Blücher (Melle) – Geteilter zweiter Preis (1.200 Euro): In Melle-Westerhausen schuf die Familie auf einer privaten Fläche ein vielfältiges Habitat als grüne Oase inmitten landwirtschaftlicher Flächen. Durch die Pflanzung neuer Obstbäume und das Anbringen spezieller Fledermauskästen sicherte sie den Tieren langfristig wertvollen Lebensraum.
- Birgit und Olaf Pioch (Hagen a. T. W.) – Geteilter zweiter Preis (1.200 Euro): Familie Pioch bewies Vorbildcharakter beim Artenschutz am Bau. Bei einer energetischen Dachsanierung integrierte sie durch eine Zwischenwand und Einflughilfen eine dauerhafte Wochenstube für Fledermäuse, sodass das Quartier trotz Isolierung erhalten blieb.
Der Preisträger der Stadt Osnabrück
Stadtbaurat Thimo Weitemeier übergab die Auszeichnung der Stadt an:
- Das Team der Apostel-Kindertagesstätte: Die Kita überzeugte durch eine Projektwoche, die Naturschutz kindgerecht und praxisnah vermittelte. Nach einem einführenden Schattentheater bauten die Kinder unter fachlicher Anleitung einen Fledermauskasten und hängten diesen am Gebäude auf. Um die Nahrungsquelle der Tiere zu sichern, legten sie zudem ein naturnahes Insektenbeet an. Die Jury würdigte insbesondere die nachhaltige Wirkung des Projekts auf das Verantwortungsbewusstsein der Kinder.
Den musikalischen Rahmen gestaltete erstmalig die Gelbe Saiten Band der Jugendmusikschule Hagen a.T.W. unter der Leitung von Christoph Elixmann.