Drei Personen an einem Stehtisch in einem Bürogebäudeflur
Die Projektverantwortlichen (v. l.) Sandra Schürmann, Leiterin des WIGOS-Fachkräftebüros, Frauke Barske, Integrationsbeauftragte des Landkreises Osnabrück, und Carina Wolf, WIGOS-Fachkräftebüro, unterstützen Unternehmen bei der Gewinnung von ausländischen Talenten.
Mittwoch, 8. April 2026

Geflüchtete Fachkräfte aus dem Ausland für die Region Osnabrück

Osnabrück. Der anhaltende Fachkräftemangel ist für viele Unternehmen im Landkreis Osnabrück eine zentrale Herausforderung. Nachwuchskräfte sind rar, für immer mehr Unternehmen ist die Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland deshalb ein erfolgreicher Weg zur Nachwuchssicherung. Der Landkreis Osnabrück und die Wirtschaftsförderung des Landkreises, WIGOS, wollen regionale Unternehmen mit einem neuen Projekt zur Fachkräfteeinwanderung unterstützen. Ziel ist es, qualifizierten geflüchteten Talenten aus Drittstaaten neue Perspektiven im Landkreis Osnabrück zu eröffnen und Unternehmen so ganz praktisch bei Gewinnung von ausländischen Fachkräften zu helfen. 

Das Modellprojekt zur Fachkräfteeinwanderung wurde vom Bundesministerium des Inneren initiiert. Der Landkreis Osnabrück wurde als eine von vier Modellkommunen in Deutschland ausgewählt. „Wir haben im Landkreis auf der einen Seite Unternehmen mit akutem Fachkräftebedarf und auf der anderen Seite weltweit viele hervorragend qualifizierte geflüchtete Menschen, die bisher keinen Zugang zu diesen Stellen finden. Genau diese Lücke wollen wir schließen“, betont Frauke Barske, Projektleitung und Integrationsbeauftragte des Landkreises Osnabrück. Kern des Projekts sei ein internationaler Talentpool mit tausenden registrierten qualifizierten Fachkräften mit Fluchthintergrund. „Viele dieser Menschen verfügen über akademische Abschlüsse, Berufserfahrung in unterschiedlichen Branchen und zum Teil auch über Deutschkenntnisse. Sie leben derzeit in Drittstaaten und suchen berufliche Anschlussmöglichkeiten auf dem deutschen Arbeitsmarkt – auch bei uns im Landkreis Osnabrück“, so Frauke Barske weiter. 

Wie das Modellprojekt in der Region umgesetzt wird, erläutert Sandra Schürmann, Leiterin des WIGOS-Fachkräftebüros, das als Schnittstelle zur Wirtschaft fungiert: „Wir verstehen das Projekt als praktisches Angebot an die regionale Wirtschaft, neue Wege der Fachkräftegewinnung zu erproben – mit einem großen internationalen Potenzial und einem klar strukturierten Verfahren. Wir sprechen Unternehmen konkret an. Gleichzeitig kann sich aber jedes Unternehmen im Landkreis, das an einer Fachkraft aus dem Ausland interessiert ist und offene Stellen zu besetzen hat, gerne direkt an uns wenden. Über das Modellprojekt gleichen wir die vorhandenen Profile gezielt mit dem konkreten Bedarf des Unternehmens ab. Das ist eine Win-win-Situation, von der die Talente ebenso profitieren wie die Unternehmen bei uns in der Region.“

Auch nach dem Matching geeigneter Profile wird das Unternehmen weiter begleitet, unter anderem beim Onboarding und der betrieblichen Integration. So zielt das gemeinsame Projekt darauf ab, qualifikationsgerechte Vermittlungen zu ermöglichen und sowohl Unternehmen als auch Fachkräften Planungssicherheit zu geben.

Schließlich setzt das Projekt nach den Worten von Frauke Barske auf nachhaltige Integration: „Dazu gehören die frühzeitige Klärung von Anerkennungsfragen, flankierende Sprachförderung sowie die enge Begleitung der Fachkräfte und Unternehmen im gesamten Prozess.“ Wesentlich sei zudem die enge Anbindung an bestehende Unterstützungsstrukturen vor Ort in den Städten, Gemeinden und Samtgemeinden. „So wird die Grundlage dafür geschaffen, dass die Fachkräfte nach der Vermittlung auch langfristig im anwerbenden Unternehmen bleiben und im Landkreis Osnabrück heimisch werden“, betont die Integrationsbeauftragte des Landkreises. 

Unterstützt wird das Modellprojekt durch die Robert Bosch Stiftung sowie durch Talent Beyond Boundaries und Pathways International – zwei erfahrene internationale Partnerorganisationen, die auf die Identifikation, Vorauswahl und Begleitung qualifizierter Fachkräfte spezialisiert sind. „Wir sind aktuell in der Startphase. Weitere interessierte Unternehmen aus dem Landkreis Osnabrück und der Region sind ausdrücklich eingeladen, sich an dem Projekt zu beteiligen“, erklärt Sandra Schürmann. Die Leiterin des Fachkräftebüros weist darauf hin, dass für Unternehmen dabei keine Vermittlungsgebühren entstehen, wie sie bei kommerziellen Recruiting-Agenturen üblich sind. Es fallen lediglich die üblichen Aufwendungen im Rahmen von Anerkennung, Einreise und Integration an. 

Die Projektverantwortlichen vom Landkreis Osnabrück und der WIGOS sind überzeugt, dass das Modellprojekt der richtige innovative Weg einer modernen Fachkräftepolitik ist: „Der Ansatz verspricht wertvolle Erfahrungen, die auch für zukünftige Fachkräfte- und Integrationsstrategien nutzbar sind.“

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