Sonderausstellung „Verlorene Krieger – Germanen zwischen Macht und Mythos“ im Varusschlacht-Museum eröffnet
Bramsche/Kalkriese. Am 24. April 2026 wurde die Sonderausstellung „Verlorene Krieger – Germanen zwischen Macht und Mythos“ im Varusschlacht-Museum eröffnet. Die Ausstellung vereint zwei der größten archäologischen Sammlungen zu den Germanen. Durch ihren außergewöhnlichen Facettenreichtum eröffnet sie vielfältige Einblicke in die Lebensweisen der Germanen.
Zu sehen sind über 1.200 herausragende Funde aus den Mooren von Thorsberg und Nydam: Waffen, wie Lanzenspitzen, Speere, Schwerter, Schilde, aber auch eine Reihe von Alltagsgegenständen, die zwischen dem 2. und 5. Jahrhundert von den Germanen in Seen versenkt wurden. Das Besondere an den Fundorten Thorsberg und Nydam liegt in der einzigartigen Verbindung von Kult- und Opferplätzen, außergewöhnlich gut erhaltenen Funden und bemerkenswerten Entdeckungen.
Die Objekte stammen aus dem Landesmuseum für Archäologie auf Schloss Gottorf: „Die Funde aus den germanischen Opfermooren Thorsberg und Nydam gehören seit mehr als einhundert Jahren zu den Highlights unseres Museums. Dass sie in Kalkriese für die renovierungsbedingte Schließzeit von Schloss Gottorf der Öffentlichkeit weiterhin zur Verfügung stehen, ist für uns ein großer Erfolg“, freut sich Ralf Bleile, Direktor des Landesmuseums für Archäologie auf Schloss Gottorf.
Diese länderübergreifende Zusammenarbeit fand auch großen Anklang bei Niedersachsens Kulturminister Falko Mohrs und seiner Amtskollegin aus Schleswig-Holstein, Dorit Stenke. „Kalkriese ist ein einzigartiger Erinnerungs- und Forschungsort von europaweiter Bedeutung: Hier verbinden sich archäologische Spitzenforschung, lebendige Museumspädagogik und ein reflektierter Umgang mit historischen Mythen. Mit der Sonderausstellung wird dieser Anspruch eindrucksvoll erweitert, indem länderübergreifend herausragende Exponate aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen präsentiert werden.“, so Minister Falko Mohrs.
Schleswig-Holsteins Kulturministerin Dorit Stenke ergänzte: „Die Ausleihe eines kompletten Dauerausstellungsbereichs ist wirklich außergewöhnlich. Der Entschluss ist dennoch für beide Museen ein Gewinn: In Kalkriese ist eine beeindruckende Ausstellung entstanden und die Sichtbarkeit der herausragenden archäologischen Funde ist auch über die Schließzeit des Museums in Schleswig hinweg möglich. Hier zeigt sich einmal mehr, wie wichtig länderübergreifende Kooperationen sind – vertrauensvoll und zukunftsorientiert.“
Die Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder, Christine Regus, betonte in ihrem Grußwort den integrierten Ausstellungsteil zum Fundort Kalkriese: „Die gemeinsame Präsentation der drei Fundkomplexe vertieft nicht nur das Verständnis von kulturellen Praktiken im kaiserzeitlichen Germanien. Sie zeigt, wie fruchtbar die Arbeit mit konkreten Objekten für die Forschung ist. Gerade wenn es um identitätsstiftende historische Erzählungen wie die ‚Varusschlacht‘ geht, ist die differenzierte, wissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung von besonderer gesellschaftlicher Relevanz.“
Die Ausstellung richtet den Blick auch auf das Schlachtfeld in Kalkriese. Was geschah nach der Schlacht mit den Waffen und Ausrüstungsgegenständen der besiegten Legionäre? Denn auch an vielen Kalkrieser Funden finden sich Zeichen der Zerstörung, Objekte fehlen und Überreste sind stark verstreut. Landrätin Anna Kebschull und Geschäftsführer Stefan Burmeister bedankten sich in ihren Redebeiträgen besonders bei den Förderern der Ausstellung. Beim anschließenden Rundgang machten sich die Gäste ein Bild von den neuen Ausstellungen.
Ein Programm mit Führungen, Kinderangeboten und Vorträgen begleitet die Ausstellung. Informationen sind auf der Homepage des Museums unter www.kalkriese-varusschlacht.de abrufbar.
Die Sonderausstellung „Verlorene Krieger – Germanen zwischen Macht und Mythos“ wird gefördert von der Stiftung Niedersachsen, der Kulturstiftung der Länder, der Stiftung der Sparkasse Osnabrück und dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Als Sponsor aus der Region konnten INTECON – Treuhand und Wirtschaftsberatung und als Sachsponsor Tapetenfabrik Gebr. Rasch gewonnen werden. Die Moorfunde gehören zur Sammlung des Museums für Archäologie Schloss Gottorf, Landesmuseen Schleswig-Holstein.
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