600 Schülerinnen und Schüler bei der ZAK Wittlager Land
Bad Essen. Luca sitzt ruhig „beim Arzt“ auf dem Stuhl und lässt sich geduldig die Blutdruckmanschette von seiner Mitschülerin Lea anlegen. Konzentriert blickt die Schülerin auf das Messgerät. „Ich finde spannend, direkt mit Menschen zu arbeiten“, sagt die 16-Jährige und liest die Werte auf dem Display ab. Solche Einblicke bot die Ausbildungsmesse „Zukunft – Ausbildung - Karriere (ZAK)“ insgesamt rund 600 Schülerinnen und Schülern, die an den Ständen von 33 Unternehmen aus der Region Ausbildungsberufe nicht nur kennenlernen, sondern direkt ausprobieren konnten. Für viele war die zweitägige Veranstaltung beim Unternehmen AGRO in Bad Essen der erste Schritt auf dem Weg in die berufliche Zukunft.
Organisiert wurde die Ausbildungsmesse erneut von der Servicestelle Schule-Wirtschaft der MaßArbeit, der Gemeinde Bad Essen und dem LEADER Regionalmanagement des Wittlager Landes. Sie fand zum zweiten Mal in Bad Essen statt und bot eine Neuheit: Erstmals richtete sich die Messe mit einem Familienabend auch an Arbeitsuchende und nicht nur ausschließlich an Schülerinnen und Schüler. Das kam offensichtlich gut an: Rund 200 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, mit Unternehmen aus der Region ins Gespräch zu kommen und sich über berufliche Perspektiven zu informieren.
„Die Messe war ein voller Erfolg. Wir hatten an beiden Veranstaltungstagen hohe Besucherzahlen und eine große Nachfrage nach Praktika, Ausbildungsplätzen und Einstiegsmöglichkeiten“, freute sich Lars Hellmers, Vorstand der MaßArbeit. Es seien zahlreiche erste Kontakte zwischen Unternehmen und jungen Menschen entstanden. „Die vielen Mitmachangebote und Praxisbeispiele machen Berufe greifbar und schaffen Kontakte, aus denen häufig Praktika oder Ausbildungen entstehen.“
Besonders erfreulich war die Resonanz auf den Familienabend, den die Veranstalter in diesem Jahr erstmals auch für Jobsuchende geöffnet hatten. Neben zahlreichen Schülerinnen und Schülern sowie Eltern nutzten auch einige Jobsuchende die Gelegenheit, mit regionalen Unternehmen ins Gespräch zu kommen. „Wir wollten die Messe bewusst für eine weitere Zielgruppe öffnen und freuen uns, dass dieses Angebot angenommen wurde. Die Rückmeldungen der Unternehmen und Besucherinnen und Besucher waren positiv, sodass wir dieses Format auch künftig beibehalten möchten“, sagte Hellmers. Gleichzeitig bedankte er sich bei den beteiligten Unternehmen – allen voran beim Gastgeber AGRO: „Ohne deren Engagement wären die Zukunftspläne vieler junger Menschen oft nicht umsetzbar.“
Herzstück und Anziehungspunkt der Ausbildungsmesse waren erneut die Arbeitsproben. An vielen Stationen wurde gehämmert, geschraubt oder gebaggert. Besonders das Handwerk war stark vertreten und zeigte die Vielfalt seiner Berufsfelder. Auch Maja nutzte die Gelegenheit, verschiedene Tätigkeiten auszuprobieren. Die Schülerin interessiert sich schon länger für technische Berufe. „Ich wollte herausfinden, ob sich ein technischer Beruf auch wirklich richtig für mich anfühlt und nicht nur auf dem Papier interessant klingt“, sagte sie nach einer Arbeitsprobe, bei der sie ihr technisches Verständnis unter Beweis stellen musste.
Bad Essens Bürgermeister Timo Natemeyer lobte indes das Engagement aller Beteiligten: „Toll, was unsere regionalen Unternehmen hier auf die Beine gestellt haben. Unsere Wirtschaft ist so vielfältig. Berufe werden nicht nur vorgestellt, sondern erlebbar gemacht.“ Besonders die Kooperation verschiedener Akteure trage zum Erfolg bei: „Die enge Zusammenarbeit von Unternehmen, Schulen, Kommunen und der MaßArbeit ist ein wichtiger Erfolgsfaktor dieser Veranstaltung.“
Dass aus ersten Gesprächen häufig mehr entsteht, zeigt die Erfahrung der vergangenen Jahre. Praktika, Ausbildungsverhältnisse und langfristige berufliche Perspektiven nehmen auf der Messe oft ihren Anfang. Das war auch einer der Gründe für AGRO, Gastgeber der diesjährigen Messe zu sein. „Wir profitieren seit Jahren von den Kontakten, die auf der ZAK entstehen. Über die bisherigen vier Messeauflagen konnten wir immer wieder Praktikanten und Auszubildende gewinnen“, erläuterte Geschäftsführer Dominik Meyer. „Wir wollten damit auch etwas zurückgeben und unseren Beitrag dazu leisten, dass junge Menschen und Unternehmen zusammenfinden.“
Darüber freut sich auch Katja Bielefeld von der Servicestelle Schule-Wirtschaft der MaßArbeit: „Es ist richtig schön zu sehen, wenn ehemalige Schülerinnen und Schüler auf der ZAK ihren Ausbildungsplatz gefunden haben – und heute selbst am Stand ihres Unternehmens stehen und für ihren Beruf werben.“
Einen solchen Weg könnte vielleicht auch Moritz einschlagen. Noch sucht der junge Besucher nach einem passenden Einstieg in das Handwerk. Nach Gesprächen mit mehreren Betrieben blickt er optimistisch auf seine Möglichkeiten: „Mir gefällt, dass man hier direkt etwas ausprobieren kann. So merkt man schnell, was Spaß macht. Vielleicht habe ich heute schon den richtigen Betrieb gefunden.“
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