Personengruppe auf einer Treppe
Bei der Möwe vor Ort waren Kreisrat Matthias Selle, Hannes Nieland (Geschäftsführer), Renè Kark (Leitung Sozialarbeit), Armenuhi Hakobyan, Anna Schweer (Studentin LKOS), Alexander Eck, Anja Fels (alle Landkreis Osnabrück und Thomas Schulke (Betriebsleiter).
Freitag, 10. Juli 2026

Landkreis Osnabrück weitet Arbeitsgelegenheiten für Asylbewerber aus und zieht positive Zwischenbilanz

Osnabrück. Kooperation von Möwe und Kreisverwaltung: Nachdem der Landkreis Osnabrück Ende 2025 sein neues Konzept für die Ausweitung der Arbeitsgelegenheiten vorgelegt hat, setzt der Landkreis Osnabrück dieses Konzept weiter erfolgreich um. In Zusammenarbeit mit den örtlichen Sozialämtern und den verschiedenen Maßnahmenträgern tragen die Arbeitsgelegenheiten spürbar zur Integration von Asylbewerberinnen und Asylbewerber bei und werden sowohl von den Asylbewerberinnen und Asylbewerbern als auch den Trägern der Arbeitsgelegenheiten positiv aufgenommen. Nachdem die ersten Einsätze bereits für erste positive Beispiele gesorgt haben, wurden weitere Arbeitsgelegenheiten eingerichtet. So auch bei der Möwe gGmbH, wo seit Monaten mehrere Personen in verschiedenen Bereichen eingesetzt sind.

Zu diesen eingesetzten Personen gehört auch Armenuhi Hakobyan, die bei der Möwe gGmbH im Bereich Verkauf tätig ist. Ihr Schwerpunkt liegt hier in der Sortierung von Hausrat, dazu gehören etwa Geschirr, Gläser und Besteck. Sie prüft die Qualität der Spenden, entscheidet, ob diese in den Verkauf gehen und bringt die zu verkaufenden Waren in den Verkaufsbereich. Dort platziert sie die Waren an den vorgesehenen Stellen.

Um sich ein Bild von der praktischen Umsetzung zu machen, besuchten Kreisrat Matthias Selle, die Leiterin des Fachdienstes Soziales Anja Fels und der zuständige Sachbearbeiter aus dem Fachdienst Soziales Alexander Eck die Arbeitsgelegenheit von Armenuhi Hakobyan bei der Möwe gGmbH. Vor Ort tauschten sie sich mit ihr Hannes Nieland, Thomas Schulke und René Kark von der Möwe gGundbH über die Erfahrungen, Herausforderungen und weitere Entwicklungsmöglichkeiten aus. Das Fazit von Kreisrat Selle: „Die Möwe ist ein hervorragender Arbeitgeber im sozialen Bereich, der es vielen Personen ermöglicht, einen guten begleiteten Einstieg in den Arbeitsmarkt zu bekommen.“

Arbeitsgelegenheiten nach § 5 AsylbLG ermöglichen Asylbewerberinnen und Asylbewerbern, gemeinnützige Tätigkeiten zu übernehmen, die der Allgemeinheit dienen. Die Asylbewerberinnen und Asylbewerber erhalten hierfür eine Aufwandsentschädigung. Ziel ist es, Integration zu fördern, Tagesstruktur zu schaffen, erste Kontakte zu knüpfen, Sprachpraxis im Alltag zu haben, einen Beitrag zum Gemeinwohl zu leisten und die grundlegenden Arbeitsgewohnheiten im deutschen Kontext kennenzulernen. Die Arbeitsgelegenheiten können bei staatlichen, kommunalen und gemeinnützigen Trägern zur Verfügung gestellt werden. 

Die Möwe gGmbH ist ein Qualifizierungs‑, Förder‑ und Beschäftigungsprojekt des SKM Osnabrück e.V. Seit 1983 unterstützt sie Menschen dabei, wieder in Arbeit zu finden und eine stabile Tagesstruktur aufzubauen. Im Mittelpunkt stehen die Wiederverwertung und Weiterverwendung gebrauchter Waren sowie die Vermittlung praktischer Arbeitserfahrungen. Die Möwe ist als Träger nach der Akkreditierungs‑ und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) zugelassen.

Die Einrichtung bietet langzeitarbeitslosen Menschen sowie Personen mit besonderen sozialen Herausforderungen – etwa nach Wohnungslosigkeit, Suchterkrankungen oder psychischen Belastungen – niedrigschwellige Beschäftigungsmöglichkeiten. Darüber hinaus engagiert sich die Möwe auch im Bereich der Integration von Asylbewerberinnen und Asylbewerbern: Durch Arbeitsgelegenheiten nach § 5 AsylbLG erhalten diese die Möglichkeit, erste Arbeitserfahrungen zu sammeln, ihre Fähigkeiten einzubringen und soziale Kontakte zu knüpfen.

Ein zentraler Bestandteil der Arbeit ist die nachhaltige Nutzung gebrauchter Waren. Als kirchliche Einrichtung verbindet die Möwe ökologische, ökonomische und soziale Aspekte miteinander. In den verschiedenen Arbeitsbereichen werden Menschen unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen zusammengeführt, qualifiziert und gefördert. Ziel ist es, individuelle Stärken zu erkennen und die Teilnehmenden entsprechend ihrer Fähigkeiten einzusetzen.

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