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Personengruppe steht vorm Eingang eines Schulgebäudes
(v.li.): Susanne Steininger (Bereichsleiterin Übergangsmanagement, MaßArbeit), Robert Ritter (IGS Bramsche), Ines Asselmeyer (Stadt Bramsche), Heiner Pahlmann (Bürgermeister Stadt Bramsche), Thomas Behning (Schulleiter IGS Bramsche), Dorte Hierse (Schulleiterin Hauptschule Bramsche), Julia Wilken (Schulleiterin Greselius Gymnasium Bramsche), Landrätin Anna Kebschull, Stefanie Uhlenkamp (Präventionsrat Stadt Bramsche), Klaudia Stolecki (BO-Coach Hauptschule Bramsche), Stefan Rudys (BO-Coach Hauptschule Bramsche) Klaus Sandhaus (Wirtschaftsförderer Stadt Bramsche) und Katja Bielefeld (Servicestelle Schule-Wirtschaft, MaßArbeit)
Donnerstag, 10. September 2026

54 Unternehmen und 600 Jugendliche beim B.O.P. in Bramsche

Bramsche. Einmal selbst den Bagger steuern, Blutdruck messen, eine leckere Speise zubereiten oder eine technische Aufgabe lösen: Beim Berufsorientierungsparcours B.O.P. in Bramsche blieb es nicht bei Gesprächen über Ausbildung. Rund 600 Jugendliche konnten in der Haupt- und Realschule Bramsche Berufe ausprobieren und dabei ganz praktisch herausfinden, was ihnen liegt. Eingeladen waren die Klassen 8, 9 und 10 aller weiterführenden Schulen in Bramsche und Wallenhorst.

„Der B.O.P. ist ein Erfolgsmodell der Berufsorientierung und der Fachkräftesicherung bei uns im Landkreis Osnabrück. Er zeigt jungen Menschen ganz unmittelbar, welche vielfältigen Möglichkeiten ihnen hier vor Ort offenstehen – und das ganz persönlich und auf Augenhöhe mit den Unternehmen“, betonte Landrätin Anna Kebschull beim Besuch des Familien-B.O.P. Die Landrätin bedankte sich bei den Organisatoren der Messe -  der MaßArbeit, der Stadt Bramsche, der Hauptschule Bramsche - und nicht zuletzt bei den vielen Unternehmen, die sich beim B.O.P. engagierten. „Danke, dass Sie hier so vertrauensvoll zusammenarbeiten, Perspektiven schaffen und tatkräftig gemeinsam dazu beitragen, den Landkreis zukunftsfest aufzustellen. Das Format lebt davon, dass alle Beteiligten es mit Leben füllen.“ Der B.O.P.-Familienabend fand bereits zum 10. Mal statt. 

54 Unternehmen beteiligten sich an der Ausbildungsmesse und brachten eine große Bandbreite an Berufen mit: Vom Handwerk über technische und naturwissenschaftliche Tätigkeiten bis hin zu kaufmännischen, sozialen und verwaltenden Berufen reichte das Angebot. Auch duale Studiengänge wurden vorgestellt. Für viele Jugendliche ist die Messe eine der ersten Gelegenheiten, überhaupt mit einem Arbeitgeber ins Gespräch zu kommen. 

Und dabei ging es schnell zur Sache. An den Ständen warteten keine langen Vorträge, sondern kleine Aufgaben aus dem Berufsalltag. So konnten die Schülerinnen und Schüler einmal selbst einen Bagger rangieren, pflastern oder Holz bearbeiten. Andere Betriebe zeigten technische Arbeitsproben. Wer sich für eine Ausbildung in der Gastronomie interessierte, durfte Speisen zubereiten. Im medizinischen Bereich wurden typische Handgriffe gezeigt, etwa das Messen des Blutdrucks. „Wir wollen, dass sich die Jugendlichen nicht nur informieren, sondern ein Gefühl für die Tätigkeit bekommen“, erläuterte Organisatorin Katja Bielefeld von der Servicestelle Schule-Wirtschaft der MaßArbeit. „Wenn jemand nach einer Arbeitsprobe sagt: Das hat Spaß gemacht, das könnte ich mir vorstellen, dann ist genau das der Moment, den wir uns wünschen.“

Besonders gut funktioniert dabei der Kontakt zu den Auszubildenden: An vielen Ständen standen junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die selbst noch in der Ausbildung sind oder diese gerade erst abgeschlossen haben. Sie wissen aus eigener Erfahrung, welche Fragen Jugendliche beschäftigen und können erzählen, wie sie selbst zu ihrem Beruf gekommen sind. Dass das funktioniert, stellt auch Dorte Hierse, Schulleiterin der Hauptschule Bramsche, immer wieder fest: „Für uns als Schule ist es besonders wertvoll, dass die Jugendlichen die Berufe nicht nur theoretisch kennenlernen. Sie merken sehr schnell, ob ihnen eine Tätigkeit liegt. Das kann manchmal viel aussagekräftiger sein als eine Beschreibung auf einem Blatt Papier.“

Auch für die Unternehmen ist der persönliche Kontakt ein wichtiger Teil des B.O.P. Statt nur auf Bewerbungen zu warten, können sie zeigen, wer hinter dem Ausbildungsangebot steckt und was die Arbeit tatsächlich ausmacht. „Die Betriebe kommen nicht hierher, um Hochglanzbroschüren zu verteilen“, betonte Klaus Sandhaus, Wirtschaftsförderer der Stadt Bramsche. „Sie bringen ihre Arbeit mit. Das macht die Begegnung glaubwürdig und interessant.“

Der B.O.P. ist inzwischen ein fester Bestandteil der Berufsorientierung und kommt bei den Betrieben ebenso gut an wie bei den Jugendlichen – und auch bei deren Eltern. So erkundeten beim Familien-B.O.P. Jugendliche gemeinsam mit ihren Eltern die regionale Ausbildungswelt. Für manche Familien war es dabei durchaus überraschend, welche Möglichkeiten sich in der eigenen Umgebung auftun. „Eltern sind nach wie vor wichtige Ansprechpartner bei der Berufswahl“, weiß Katja Bielefeld.  „Jugendliche sollen hier nicht schon wissen müssen, was sie später werden wollen. Sie sollen ausprobieren dürfen. Vielleicht entdecken sie dabei einen Beruf, an den sie vorher überhaupt nicht gedacht haben. Wenn das gelingt, war die Messe ein Erfolg.“

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