Sieben Personen mit großen römischen Masken stehen auf einer Wiese.
Offiziell mit dem Nachhaltigkeitssiegel für Museen ausgezeichnet: Phillip Stanehl, Kaufmännischer Leiter Museum Kalkriese, Simon Fink, Produkt Manager Nachhaltige Lieferkette DEKRA Assurance Services, Sabine Düring, Gebäudemanagement Museum Kalkriese, Museumsleiterin Heidrun Derks, Sina Herrmann, Deutscher Museumsbund, Landrätin Anna Kebschull und Museumspark-Geschäftsführer Stefan Burmeister.
Dienstag, 23. Juni 2026

Varusschlacht-Museum bundesweit als eines der ersten Museen mit Nachhaltigkeitszertifikat ausgezeichnet

Bramsche/Kalkriese. Museum und Park Kalkriese ist vom Deutschen Museumsbund als eines der ersten Museen in Deutschland mit dem Nachhaltigkeitssiegel „Ausgezeichnet nachhaltig“ geehrt worden. Der Zertifizierungsprozess erstreckte sich über 15 Monate. Nun trägt das Museum offiziell das Siegel. 

„Als Ort der Forschung und Bildung, der Begegnung und gesellschaftlichen Teilhabe tragen wir eine besondere Verantwortung. Deshalb möchten wir auch einen aktiven Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz leisten“, sind sich Geschäftsführer Stefan Burmeister und Museumsleiterin Heidrun Derks einig. Landrätin Anna Kebschull ergänzt: „Nachhaltigkeit wird in Kalkriese ganzheitlich gedacht. Geschichte, Natur und Bildung gehören hier untrennbar zusammen. Deshalb stehen nicht nur die Vermittlung der Vergangenheit, sondern auch der Erhalt und die Weiterentwicklung einer lebendigen Kulturlandschaft im Mittelpunkt der Museumsarbeit.“

Das Nachhaltigkeitssiegel wurde vom Deutschen Museumsbund entwickelt, um ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeitsaktivitäten im Museumsbereich zu systematisieren und zu stärken. Zugleich soll es dazu beitragen, wirksame Nachhaltigkeitsstandards für den gesamten Museumssektor zu etablieren. „Mit einem gemeinsamen Zertifizierungsrahmen stärken wir die Glaubwürdigkeit musealen Engagements für Nachhaltigkeit und erhöhen unsere Professionalität auch in diesem Sektor. Museen können ihr Handeln künftig besser einordnen, vergleichen und gegenüber Politik, Förderern und Öffentlichkeit nachvollziehbar darstellen.“, freut sich Sylvia Willkomm, Geschäftsführerin Deutscher Museumsbund. „Mit ‚Ausgezeichnet nachhaltig!‘ etablieren wir erstmals einen gemeinsamen Standard für nachhaltiges Handeln im Museum und schaffen Orientierung für Häuser jeder Größe.“, so Willkomm weiter.

Damit Nachhaltigkeit im Museum nachprüfbar und verlässlich ausgezeichnet wird, hat sich der Deutsche Museumsbund die DEKRA als Partner für das externe Audit an seine Seite geholt. „Im Zertifizierungsprozess hat das Museum Varusschlacht Kalkriese durchgängig sehr hohe Standards erfüllt und Nachhaltigkeit als festen Bestandteil seiner Aktivitäten belegt. Aus unserer Sicht ist das ein überzeugendes Beispiel dafür, wie wirksam und glaubwürdig Nachhaltigkeit im Museumsbetrieb umgesetzt werden kann.“ , berichtet Simon Fink, Produkt Manager Nachhaltige Lieferkette DEKRA Assurance Services. 

Auf dem Weg zur bundesweiten Einführung wurde die Zertifizierung in einer Pilotphase unter Praxisbedingungen getestet. Sechs Museen haben das Verfahren vollständig durchlaufen. Das Staatliche Museum für Naturkunde Stuttgart, das Freilichtmuseum Amerang und die Varusschlacht im Osnabrücker Land – Museum und Park Kalkriese gingen noch einen Schritt weiter und ließen sich bereits erfolgreich durch die DEKRA zertifizieren. „Hinter diesem Projekt stecken viele Monate intensiver Arbeit. Zahlreiche Dokumente mussten erarbeitet, Daten zusammengetragen und Prozesse dokumentiert werden. Dass sich dieser Einsatz nun auszahlt, freut uns ganz besonders“, sind sich Museumsleiterin Heidrun Derks, Gebäudemanagerin Sabine Düring und der kaufmännische Leiter Philipp Stanehl einig.

„Und es ist uns tatsächlich gelungen, alle Mitarbeitenden für unsere Bestrebungen zu gewinnen. Wir spüren eine echte Veränderung bei unseren Kolleginnen und Kollegen. Gemeinsam gehen wir voran, damit aus Vergangenheit Zukunft wird“, freut sich Museumsleiterin Derks. Auch die Besuchenden des Museums werden in den Prozess eingebunden: durch Hinweise zum Wassersparen, amüsante Sprüche zur Mülltrennung auf den Abfallbehältern und nicht zuletzt durch den Tafelparcours „Varus und die grüne Zukunft“ im Museumspark.

Grundlage der Zertifizierung ist ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess, der Museen dabei unterstützt, realistische Ziele zu setzen, Maßnahmen umzusetzen und Fortschritte zu überprüfen. Der Kriterienkatalog richtet sich nach Größe und Ausstattung der Museen und basiert auf Muss-Kriterien, die von allen teilnehmenden Museen erfüllt werden müssen, und Soll-Kriterien, mit denen individuelle Schwerpunkte gesetzt und weitere Maßnahmen entwickelt werden können.

Den inhaltlichen Rahmen liefern neun Handlungsfelder, darunter Management und Kommunikation, Gebäude und Freiflächen, Mobilität, Abfall- und Kreislaufwirtschaft, Veranstaltungen, Gastronomie, Shop und soziale Aspekte. So entsteht ein verbindlicher, zugleich aber praxisnaher Rahmen für nachhaltiges Handeln im Museumsbetrieb. Das Projekt „Ausgezeichnet nachhaltig“ wurde mit Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) gefördert und wurde in Kooperation mit dem Rathgen-Forschungslabor der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz durchgeführt.

Weitere Informationen zu “Ausgezeichnet nachhaltig!” und zum Online-Tool MUNA erhalten Sie auf der Website des Deutschen Museumsbundes: www.museumsbund.de/zertifizierung-nachhaltige-museen.

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