Schutzhütte ist neuer Hingucker auf dem Osnabrücker Piesberg
Osnabrück. Unter Koordination des Projektbüros für den Kultur- und Landschaftspark der Stadt Osnabrück wurde die seit Herbst 2025 infolge von Vandalismus nicht mehr nutzbare Schutzhütte auf dem Gipfel des Piesberges gemeinsam mit vielen Akteuren zu einem neuen Highlight auf dem Osnabrücker Hausberg entwickelt. Zunächst übernahm der Osnabrücker Servicebetrieb im Frühjahr dieses Jahres die bauliche Wiederherrichtung der beschädigten Schutzhütte. Bei der optischen Ausgestaltung wurde das Thema Erdgeschichte aufgegriffen und der Bezug zum nahegelegenen Fossilienhaufen und der sogenannten „Erdzeitaltertreppe“ hergestellt.
Dafür beauftragte TERRA.vita gemeinsam mit dem Projektbüro Piesberg den Grafittikünstler Christian Aretz (Bunte Hunde). Das entstandene Motiv zeigt den Piesberg zur Zeit des Karbons, welches das älteste erlebbare Erdzeitalter im UNESCO Global Geopark ist. Zu sehen ist ein Karbonsumpfwald, der hier vor rund 300 Millionen Jahren aufgrund eines tropischen Klimas und der noch nicht existenten Gebirge entstanden ist. Dabei durften die für das Erdzeitalter typischen Arten nicht fehlen: Der Siegelbaum, die Riesenschachtelhalme, eine Riesenlibelle sowie ein großer Tausendfüßer.
Zur korrekten Darstellung der damaligen Lebenswelt wurde das Museum am Schölerberg eng mit eingebunden. Anschließend erneuerte TERRA.vita gemeinsam mit dem Projektbüro die beiden Infotafeln in der Schutzhütte. Nun können sich Besuchende der Schutzhütte wieder umfassend über den Natur- und Geopark sowie den als Nationaler Geotop ausgezeichneten Piesberg als geologisches Highlight in der Region informieren.
Der Piesberg bildet das geologische Herzstück des Natur- und Geoparks TERRA.vita und ist gleichzeitig eins der wichtigsten Highlights von Osnabrück. Hier treten die ältesten Gesteine der Region zu Tage. Tier- und Pflanzenfossilien dokumentieren eindrucksvoll das Leben aus dem Erdzeitalter Karbon. Die aktuelle Dauerausstellung im Museum am Schölerberg präsentiert anschaulich eine Vielzahl der am Piesberg gefundenen Fossilien. Das Aushängeschild der Ausstellung und Herzstück des dort nachgebildeten Karbonsumpfwaldes ist die 1886 am Piesberg entdeckte versteinerte Wurzel eines Siegelbaumes.
Doch nicht nur aus erdgeschichtlicher Sicht ist der Kultur- und Landschaftspark Piesberg einen Besuch wert. Der Sandstein- und Anthrazitkohleabbau hat dort ein faszinierendes Gelände der Industriekultur hinterlassen. Bis 1898 beherbergte der Piesberg die nördlichste Kohlezeche in Deutschland. Heute bietet der Rundwanderweg atemberaubende Einblicke in den aktiven Hartsteinbruch der Firma GP Papenburg. Bei einem Besuch des MIK Museum Industriekultur können Gäste die Bergbau- und Industriegeschichte hautnah nachspüren. Höhepunkt ist eine Fahrt mit dem gläsernen Fahrstuhl in den begehbaren Haseschacht. Aber auch am Zechenbahnhof der Osnabrücker Dampflokfreunde, bei einer Besichtigung des restaurierten Stüveschachtgebäudes oder bei einer sonntäglichen Fahrt mit der Feldbahn, wird die Bergbaugeschichte erlebbar.
Eine Brücke zwischen Bergbaugeschichte und Geologie schlägt das Piesberger Gesellschaftshaus. Dort, wo früher die Bergleute einkehrten, können heute jeden Sonntag im KulturCafé Rücksäcke für eine Fossilienexpetition ausgeliehen werden. Damit ausgestattet geht es hinauf zum Fossilienklopfen mit atemberaubendem Ausblick über den Natur- und UNESCO Geopark TERRA.vita und auf die neu gestaltete Schutzhütte!
Weitere Informationen sind unter osnabrueck.de/piesberg und geopark-terravita.de/terra-tipp/kultur-und-landschaftspark-piesberg abrufbar.
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