Katze auf Schoss
Veterinärdienst nimmt 30 Katzen aus Tierschutzgründen im Nordkreis fort – Interessenten für die Haltung gesucht
Montag, 24. August 2026

Katzen suchen ein neues Zuhause

Der Veterinärdienst für Stadt und Landkreis Osnabrück hat Mitte Juli im nördlichen Kreisgebiet 30 Katzen aus tierschutzwidrigen Haltungsbedingungen fortgenommen. Mittlerweile befinden sich alle Tiere in einem guten Gesundheits- und Pflegezustand und sind zur Vermittlung freigegeben. Geeignete und verantwortungsbewusste Interessenten können sich mit Angabe von Namen und Kontaktdaten unter der E-Mailadresse tierschutz@Lkos.de melden.

Die Tiere waren hochgradig von Parasiten befallen, abgemagert und teilweise verletzt. Zwei Katzen waren zudem bereits wieder trächtig. Da alle Tierheime und Tierschutzorganisationen in näherem und auch weiterem Umkreis keine Katzen mehr aufnehmen konnten, mussten die Tiere vorläufig in einer Katzenpension untergebracht werden. Sie wurden unverzüglich nach Geschlechtern getrennt und medizinisch versorgt. Gegen die Tierhalter wurde ein Haltungs- und Betreuungsverbot ausgesprochen. Da die Tiere nun wieder gesund sind, sind sie zur Vermittlung freigegeben. Die Katzen sind kastriert (sofern bereits alt genug dafür), gechippt, geimpft und entwurmt. Es handelt sich überwiegend um jüngere Tiere in den Farbschlägen schwarz, graugetigert und schwarz-weiß. Ein Teil der Katzen ist zahm. Andere  sind nicht an den Umgang mit Menschen gewöhnt und daher extrem scheu, weshalb sich diese (zumindest aktuell) nicht für eine Haltung in der Wohnung eignen; sie kommen eher zum Beispiel für die Haltung auf Bauernhöfen infrage. Insbesondere für diese Tiere werden dringen Interessenten gesucht. Die Katzen sollten durch die Interessenten selbst im Raum Herford abgeholt werden.

Hintergrund

Seit einigen Jahren nehmen die Fälle stark zu, in denen der Veterinärdienst erheblich vernachlässigte Tiere fortnehmen und unterbringen muss. Allein in diesem Jahr betraf dies bereits 61 Katzen und fünf Hunde. Die Unterbringung und Pflege der Tiere verursachen erhebliche Kosten, die zunächst dem Tierhalter auferlegt werden. Allerdings sind diese meist finanziell nicht in der Lage, diese Kosten zu übernehmen. Nur selten können die Tiere dem ursprünglichen Halter zurückgegeben werden, meistens müssen sie anschließend vermittelt werden. Die Anzahl der Tiere in den Tierheimen steigt derzeit immer weiter an. Vor allem die Zahl der Katzen wird immer größer; insbesondere auch deshalb, weil eine flächendeckende Kastrationspflicht fehlt (oder bestehende nicht konsequent umgesetzt werden). Bei anhaltender Verschärfung der Lage könnte es zukünftig auch für Behörden unmöglich werden, in solchen Fällen wie dem geschilderten noch eine tierschutzgerechte Unterbringung zu gewährleisten.

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