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Sieben Personen in einem Treppenhaus
Zogen eine positive Bilanz bei 10-jährigen Jubiläum der Berufsorientierungsmesse „Talent trifft Ausbildung“ (von links): Hagens Bürgermeisterin Christine Möller, die Georgsmarienhütter Bürgermeisterin Dagmar Bahlo, Kerstin Hüls, Servicestelle Schule-Wirtschaft, Lars Hellmers, Vorstand der MaßArbeit, Thomas Weißenburg, Schulleiter in Hasbergen, Adrian Schäfer, Bürgermeister der Gemeinde Hasbergen, und Bastian Sommer, Fachbereichsleiter der Gemeinde Hilter.
Dienstag, 13. Oktober 2026

Gelungenes Jubiläum: 10 Jahre Talent trifft Ausbildung

Hasbergen. 10 Jahre Talent trifft Ausbildung: Bei dieser besonderen Ausbildungsmesse nutzten jetzt Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klassen der weiterführenden Schulen aus Hasbergen, Hagen und Georgsmarienhütte die Gelegenheit, Kontakte zu 43 regionalen Unternehmen zu knüpfen. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Servicestelle Schule-Wirtschaft der Maßarbeit gemeinsam mit der Gemeinde Hasbergen und der Schule am Roten Berg in Hasbergen, wo die Veranstaltung auch stattfand.

„Talent trifft Ausbildung“ hat sich zu einem für Betriebe und Jugendliche „wertvollen Begegnungsort“ etabliert, betonte Thomas Weißenburg, Schulleiter in Hasbergen. Kleine Messestände, aktuelle Auszubildende als Gesprächspartner auf Augenhöhe, das sogenannte Laufbuch und eine kleine Arbeitsprobe, die den Schülern eine Idee vom jeweiligen Ausbildungsberuf vermittelt: das sind die Elemente des Berufsorientierungsparcours, kurz B.O.P. am Vormittag. Ergänzt wird das Angebot schon am Vortag um einen Nachmittag für Eltern mit ihren Kindern, an dem auch Speed-Meetings angeboten wurden.

„Die Kombination aus terminierten Speed-Meetings und Messe ist einzigartig hier im Landkreis“, so Kerstin Hüls von der Servicestelle Schule-Wirtschaft. „Am Tag vor der Messe sind ein vertieftes Kennenlernen und intensivere Gespräche möglich. Am Vormittag beim B.O.P. geht es um eine erste Kontaktaufnahme der Jugendlichen zu den Ausbildungsbetrieben“, so Hüls. Ein Konzept, das aufgeht: „Im Landkreis Osnabrück finden deutlich mehr Jugendliche einen Ausbildungsplatz, als in anderen Regionen,“ stellte Maßarbeit-Vorstand Lars Hellmers heraus: „Aufgrund der guten Berufsorientierung, bei denen unsere Ausbildungslotsen zusammen mit den Berufsorientierungsbeauftragten in den Schulen die Jugendlichen an die Hand nehmen, stehen wir hier sehr gut da: Die Jugendarbeitslosenquote beträgt nur rund ein Prozent.“ 

Nicht nur die Schüler profitieren. Auch die teilnehmenden Betriebe - von großen Unternehmen wie der Sparkasse oder Amazone bis zu kleinen Handwerksbetrieben - haben durch die Präsenz bei „Talent trifft Ausbildung“ die Möglichkeit, sich spätere Fach- und Führungskräfte zu sichern. „Wir müssen uns heute bei den Menschen bewerben, damit wir die Besten kriegen“, skizzierte Hasbergens Bürgermeister Adrian Schäfer. Der persönliche Kontakt zwischen interessierten Jugendlichen und Unternehmen führe immer wieder zum Erfolg. Den Stellenwert des persönlichen „Matchings“ bestätigte auch Henrik Tobien, der seine Ausbildung beim Hasbergener Diabetes-Fachgroßhandel TK Pharmatrade absolviert hat. „Mir war wichtig, dass es sich gut anfühlt, in dem Unternehmen zu arbeiten. Und das hat sich gleich beim ersten Gespräch während der Messe damals gezeigt.“

Gerade für kleine Unternehmen sei die Messe eine interessante Plattform, um junge Talente für sich zu gewinnen, ist sich auch die Georgsmarienhütter Bürgermeisterin Dagmar Bahlo sicher. Wie für Malermeister Christoph Tiesmeyer aus der Hüttenstadt, der sein Unternehmen zum ersten Mal bei der Ausbildungsmesse Talent trifft Ausbildung vorstellte: „Wir wollen so viel wie möglich selber ausbilden, alle unsere fünf Gesellen haben bei uns gelernt. Unser Ziel ist es, zwei Azubis jedes Jahr einzustellen.“ Als Arbeitsprobe durften die Schülerinnen und Schüler bei ihm ein kleines Brett mit ihrer Wunschtapete tapezieren.

Mark Reinhardt, Schulleiter der Sophie-Scholl-Schule in Georgsmarienhütte, lobte das „wertige und gut strukturierte Laufbuch“, mit dem sich die Jugendlichen im Vorfeld auf die Veranstaltung vorbereiten: „Das ist gut investiertes Geld, denn den Schülerinnen und Schülern wird so eine sinnvolle Hilfestellung beim Rundgang über die Messe gegeben.“ Neben einem Überblick über die teilnehmenden Unternehmen und die Berufe, für die sie ausbilden, finden die Jugendlichen hier Visitenkartenvordrucke und kleine Fragebögen zu den kontaktierten Unternehmen: Wie hat die Arbeitsprobe gefallen? Wie ist sie gelungen? Wer ist mein Ansprechpartner im Unternehmen? Die Idee, das Laufbuch zu digitalisieren, wurde im Orga-Team allerdings schnell verworfen, wie Lars Hellmers erklärte: „Wir haben uns bewusst für die analoge Erfahrung entschieden. Mit dem Handy sind die Jugendlichen ja schon lange genug am Tag beschäftigt.“

Hagens Bürgermeisterin Christine Möller fasste ihre Messeeindrücke nach dem Rundgang zusammen: „Das ist einfach ein Berufsorientierungsformat, das greift. Man erkennt das bei Entlassungsfeiern, wenn man sieht, wie viele Schüler dann bereits einen Ausbildungsplatz haben.“ Augenzwinkernd verglich Maßarbeit-Vorstand Lars Hellmers das zehnjährige Jubiläum des Messeformats „Talent trifft Ausbildung“ in Hasbergen, Hagen und Georgsmarienhütte mit einer Ehe: „Ein Ehepaar feiert nach zehn Jahren die Rosen-Hochzeit. Als Zeichen dafür, dass die Verbindung in voller Blüte steht. Wie unser Messeformat!“

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